Category: vegan


Letzte Woche habe ich meine Schwester in Köln besucht. Eines Morgens begab es sich, dass ich ganz alleine frühstücken musste, denn Schwesterlein musste arbeiten, wie blöd. Und jetzt war es noch ganz früh am Morgen, acht Uhr! Also bei uns zuhause ist das ja unmöglich, vor halb zehn kriegt man hier nirgends ein ordentliches Frühstück – aber in Köln ist natürlich ganz anders. Und weil ich mich gar nicht auskannte, gerne was besonderes ausprobieren wollte und ich im Besitz einer Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel war, frage ich Google doch erst einmal, wo ich hingehen sollte. Sehr schnell stand fest: Café Hommage sollte es sein. Die Internetrezensionen waren allesamt gut: Vegetarische Auswahl, lecker, klein, gemütlich und originell. Da musste ich hin. Und obwohl ich ein Landei bin, klappte das mit den U-Bahnen super und in wenigen Minuten war ich aus der Wohnung meiner Schwester entschwunden und am Friesenplatz angelangt. In unmittelbarer Nähe hierzu sollte sich das Café Hommage befinden, nämlich an der Friesenstraße 73. Sehr schnell hatte ich das Café auch gefunden. Die Schaufensterscheibe war erschreckend klein, ich hätte es fast übersehen. Das erklärt wahrscheinlich, warum weder ich noch meine Schwester schon mal vorher da waren, obwohl wir beide in der Straße schon öfter unterwegs waren. Aber das Café Hommage ist so klein, dass man es einfach übersieht! Jedenfalls hatte ich es jetzt ja gefunden und alles sah sehr sympathisch aus. Mir gefiel vor allem, dass der Name des Cafés handschriftlich auf die Scheibe gemalt war, das wirkte irgendwie so unprofessionell-gemütlich. In der Gasse links daneben befanden sich Tisch und Stühle, ich vermute, dass man bei schönem Wetter auch hier essen kann. Man beachte auch die davor stehenden Hocker mit Jutesäcken als Bezug. Da saß übrigens jemand drauf und trank Kaffee. Gute Idee!

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Ich betrat also das Café und befand mich in der kleinsten Lokalität ever. Es gibt einen kleinen Vorraum, in dem sich die Theke befindet, an der man seine Bestellung aufgibt. Schnell hatte ich mich für ein Ziegenkäse-Walnuss-Honig-Brot, sowie ein Müsli mit Obst und Tee entschieden. So richtige gecheckt, was es alles gibt, habe ich allerdings nicht. Die Speisen stehen auf Tafeln an der Theke, ich glaube Speisekarten zum in die Hand nehmen gibt es nicht. Auf jeden Fall kann man auch Crêpes bekommen und Kuchen.Und Saft.

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Die Decke im Vorraum ist mit einem religiösen Bild verziert, wir in einer kleinen Kapelle oder so. Voll schon, auch wenn man (wie ich) gar nicht religiös ist.

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Ich begab mich dann in den hinteren Teil des Cafés, einfach ein kleiner, schmaler Gang. Dort befanden sich Tisch mit Bänken und Hockern.  Alle Möbel schienen bunt zusammengewürfelt, bei näherem hinsehen entpuppten sich die Tische als alte Nähmaschinentische, auf Bänken befanden sich leere Jutesäcke als Sitzunterlage, alles war aus Holz, rustikal, gemütlich, einladend. Ich entschied mich für den Tisch am Ende des Ganges und machte dieses Bild.

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Wie ihr seht, mit größeren Gruppen könnte es kompliziert werden. Aber um diese frühe Stunde war ich der einzige Gast und hatte meine Ruhe. Schnell brachte die nette Bedienung mir mein Essen. Davon habe ich kein Bild gemacht, irgendwie sah das auf dem Bild nicht so super aus wie in echt, das wäre dem Essen nicht gerecht geworden. Aber geht doch mal auf die Facebookseite des Cafés, da gibt es ganz viele tolle Essensbilder. Qualitativ war das Frühstück eine glatte eins. Das Vollkornbrot mit dem Ziegenkäse hatte ich auch genauso gut erwartet, sowas schmeckt ja eigentlich immer. Sehr, sehr lecker. Das Müsli hat mich allerdings total umgehauen. Ich bin gar nicht so ein Müslifan, aber bei diesem handelte es sich – glaube ich – um sogenannte Overnight Oats. da werden die Haferflocken über Nacht schon in Milch oder Joghurt kaltgestellt. Das war sowas von total lecker, ich konnte es kaum glauben. Der Tee war auch top – und wenn ich gewollt hätte, hätte ich mich auch noch an einer Wasserkaraffe bedienen können.

Teuer war es dann auch gar nicht. Alles zusammen lag irgendwie bei neun Euro oder so, da kann man echt nicht meckern. Das nächste Mal, wenn ich in Köln bin, komme ich auf jeden Fall wieder. Im Internet hatte ich gelesen, dass auch veganes Essen angeboten wird, das muss ich nochmal rausfinden, ob das stimmt. Ich finde auch irgendwie online keine Speisekarte. Das ist aber auch schon das einzige Manko an diesem schönen Café. Da kann man gut hingehen!

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Bei meinem letzen Einkauf im Biomarkt habe ich diese vegane Mozarella-Variante gefunden, es gab dort die Sorten „natur“ und „Basilikum“. Auch wenn mich der Preis erst einmal sehr erschreckt hat (4,99 € für 200g), habe ich mich dafür entschieden, mal eine Sorte auszuprobieren. Denn dieser Mozarella wird nicht aus garstigen, undefinierbaren Zutaten hergestellt, sondern aus Cashews. Das ist ja erstmal nicht eklig. Die Konsistenz kann dann doch schon mal gar nicht so fies sein, dachte ich mir, wie bei all den anderen Käseexperimenten, die ich schon hinter mir habe! (Der Interessierte kann hier nachlesen: Käsealternativen-Produkttests). Also habe ich in den sauren Apfel gebissen, fünf Euro investiert und die Basilikumvariante gekauft. Dies ist sie:

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Die Packung sieht erstmal sehr gut aus, finde ich, appetitanregend in schönem Grün! Bei näherem Hinsehen fiel mir ein schweizer Fähnchen auf…war da nicht mal was mit einem seltsamen Produkt aus der Schweiz, das ich getestet hatte? In der Tat! Es ist diese Firma Soyana, von der ich schon die sehr lecker klingende „Fermentierte BioSoya Alternative zu Sauerrahm“ getestet hatte! Naja, das war ja nicht so überzeugend gewesen. Aber man lernt ja dazu, auch so als Firma, und dieser Mozarella sah echt gut aus. Wenn man die Pappe abmacht, hat man dies hier:

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Auch noch okay. Erinnert ein bisschen an so ne klassische Leberwurstverpackung, nur in schönem Grün! Wenn man es aufschneidet, kriegt man dies hier:

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Das Aussehen des „Mozarella“ entspricht eher dem von Kräuterbutter, auch die Konsistenz ist natürlich eine andere als die von normalem Mozarella. Man kann das auch streichen, wenn man will, aber auch gut schneiden. Erste Geschmacksprobe: Mmh, naja. Also nicht eklig, das ist schonmal gut. Die Konsistenz ist gut, der Geschmack ist für mich aber eher nichtssagend. Schmeckt weder nach Mozarella, noch, wie ich vorher etwas gehofft hatte, nach Cashews. Auch jetzt nicht so doll nach Basilikum. Aber vielleicht entfaltet der Mozarella ja seine volle Wirkung erst, wenn man ihn gemeinsam mit Tomaten verspeist. Früher habe ich immer Mozarella mit Tomaten auf Brötchen gegessen. Darum hab ich das jetzt erstmal genauso mit diesem Mozarella gemacht. Sah dann so aus:

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Man, ich krieg schon wieder Hunger. Tomate-Mozarella ist voll lecker. Leider muss ich sagen, dass dieser spezielle Mozarella geschmacklich eher unterging und mich sogar etwas störte, da hätte ich lieber die Tomaten pur gegessen. Aber das ist vielleicht auch mein persönlicher Geschmack. Fünf Euro ist mir das jedenfalls nicht wert.

Ich wollte nochmal auf der Website von Soyana nach den Zutaten googlen, damit ich die nicht abtippen muss, aber leider findet man die da nicht. Die Website ist immer noch total wirr und verrückt. Die brauchen echt mal einen ordentlichen Webauftritt….hier ist jedenfalls die Seite zu Veganella: Klick! Aha! Es gibt anscheinend sogar noch eine geräucherte Variante. Statt der Inhaltsstoffe bekommt man hier noch viele weitere Informationen: Zitate und Empfehlungen von Menschen, die Veganella ganz toll finden, Hinweise zu Bio Cashewkernen, Nährwerte zu Bio Cashewkernen, wissenschaftliche Hintergründe zu Bio Cashewkernen (hä?), Rezepte mit Veganella (yay!)… unendliche Vielfalt.

Hier sind dann doch noch die Inhaltsstoffe von Veganella, man kann sie bei alles-vegetarisch nachlesen: Wasser, Cashewkerne* 19,7%, Kokosöl*, Basilikumblätter 5,1%, Zitronensaft*, Flohsamenschalen*, Meersalz, Agar Agar*, Apfeldicksaft*, Johannisbrotkernmehl*, Knoblauch*(* = Zutaten aus ökol. Landbau)

Fazit: Probiert es aus, es ist jedenfalls der unekligste vegane Käse, der mir bislang untergekommen ist! Kai mochte es ganz gern, weiß aber nicht, ob er es für den Preis nochmal kaufen würde.

In London habe ich letztens im Shaad Grill & Bangladeshi Restaurant das leckere Gericht Begun Bharta gegessen. Das war so verdammt lecker und heute hatte ich echt Lust darauf. Aber leider kann man ja nicht eben nur für ein Begun Bharta nach London fliegen. Nichtmal wenn es ein so leckeres ist. Zum Glück habe ich einen Herd und kann gut kochen! Aber natürlich (wie immer) hatte ich weder ein Rezept noch genug Aubergine zur Hand, deswegen habe ich mal wieder improvisiert. Es war super lecker, darum hier mein Rezept.

Man braucht für circa 3 Personen:

1 Aubergine
1 Zucchini
2 große Zwiebeln
3 Zehen Knoblauch
1 Dose gehackte Tomaten
Pflanzenöl (ich habe Olivenöl benutzt)
Salz
Pfeffer
Paprikapulver
Currypulver
Asiatische Würzpaste (ich habe „Madras“ genommen)

und als Beilage Basmatireis und / oder Chapatibrot

Zubereitung:

Den Reis einfach so zubereiten wie ihr das immer macht. Am besten geht das in einem Reiskocher, aber das müsst ihr ja wissen.

Die Zwiebeln ganz klein hacken, Zucchini und Aubergine in  dicke Scheiben schneiden, dann vierteln. Knoblauch pressen. Dose Tomaten öffnen.

Viel Pflanzenöl in der Pfanne erhitzen. Wenn es heiß ist, das Gemüse reinwerfen und bei mittlerer Temperatur so lange braten bis alles schön weich ist. Vor allem Auberginen brauchen viel Öl. Sie sollten nicht mehr bissfest sein, sondern von alleine auf der Zunge zerfallen. Achtet aber auch darauf, dass es nicht anbrennt. Deswegen viel Öl (aber nicht so viel, dass es frittiert), mittlere Temperatur, viel umrührern. Nicht zwischendurch weggehen und Computer spielen oder so! Wenn ihr meint, dass das Gemüse so gut ist, den Knoblauch dazugeben und noch etwas braten. Dann die Dose Tomaten rein und nach Geschmack mit den Gewürzen würzen. Wer es gerne scharf mag, kann noch Chilipulver oder Chilischoten hinzugeben.

Dann ist es schon fertig und kann mit Reis oder Brot gegessen werden. Es ist total lecker und eigentlich recht einfach. So toll wie im Shaad Restaurant habe ich es nicht hinbekommen aber fast so gut. 🙂

Begun

Ein Mocktail ist ein Cocktail ohne Alkohol. „Mock“ kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „Fälschung“, „Attrappe“ oder auch „Nachahmung“. Ich weiß ja nicht, ob mich so ein Mocktail auf einer Party glücklich machen würde, dieser hier aus Gurke eignet sich aber hervorragend zum Grühstück. So geht’s:

Für 2 Mocktails:

1 Salatgurke
1 Limette
etwas Minze, entweder ein paar frische Blätter (besser) oder 2 TL getrockete (hab ich genommen in Ermangelung von frischer…)Agavendicksaft
1 TL Matchapulver (Optional)
1 Glas kaltes Wasser
Eiswürfel (vielleicht nicht zum Frühstück, aber wenn man es Abends trinkt)

Gurke schälen und in grobe Stücke schneiden. Die Limette auspressen und den Saft zu der Gurke geben. Keinesfalls sollte man die Limette einfach schälen und das Fruchtfleisch komplett in die Schüssel werfen. Das habe ich gemacht. Es wird dann etwas bitter und man kriegt das auch nicht ordentlich kleingehäckselt. Jedenfalls nicht mit meinem Püriertsab…Dann die Minze und das Matchapulver hinzugeben. Matchapulver ist teuer, schmeckt aber lecker und soll ja laut Attila Hildmann Superkräfte verleihen. Man kann es also auch weglassen. Nun noch ein Glas Wasser hinzu und nach gewünschtem Süßegrad noch Agavendicksaft. Vielleicht erstmal nur ein bisschen und später noch mehr wenn man möchte. So. Alles wird nun püriert. Entweder mit einem ordinären Pürierstab, wie ich ihn benutze, oder aber mit einer hochmodernen Küchenmaschine, mir egal, klappt alles. Dann Eis rein (wenn man will) und fertig isses. Lecker.

Gurkenshake

 

Ich esse gerne Schokolade, besonders gerne weiße. Ich habe auch schon einige vegane Varianten probiert, die meisten waren mir aber irgendwie zu…naja wie soll man das beschreiben? Zu wässerig? Zu un-sahnig? Un-cremig? Eben genau nicht wie ein Lindor. Ich wollte es nochmal probieren und kaufte diese i choc im Biomarkt:

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Die Tafel kostet circa zwei Euro und es gibt noch mehr Sorten: Choco Cookie, White Nougat Crisp und Almond Orange. Da ich aber Weiße mag, kaufte ich Weiße. Sieht voll lecker aus die Packung oder? Ausgepackt sieht es dann so aus:

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Auch noch gut! Durchsichtige Folie abgemacht, reingebissen und…ehrlich? Der erste Bissen war etws enttäuschend. Wieder mal dieses..uncremige. Aber das zweite Stück war schon besser. Gar nicht mal so schlecht. Ich hab die Schoko aufgemampft, war also doch ganz gut. Kommt nicht an das Original heran, ist aber schon ganz ok. Wenn man vegan leben möchte ist das wohl ein guter Ersatz. Aber es ist kein Lindor. Ich kaufe auch mal die anderen Sorten und lasse euch wissen, wie die so sind.

 

Ich habe in Glasgow mit Lottie furchtbar leckere Mac & Cheese gegessen. Dummerweise habe ich mir nicht gemerkt in welchem Restaurant das war. Jetzt werde ich für immer auf der Suche nach den ultimativen Mac & Cheese sein. Selber machen mag ich die nicht, ich koche nicht mehr gern unvegan. Darum könnt ihr euch vorstellen, wie ich mich gefreut habe, als plötzlich ein veganes Mac & Cheese Rezept auf meiner Facebookwand auftauchte! Hab ich direkt ausprobiert. Ich hatte zwar keine Maccaroni da, aber Spaghettini tuns ja auch, ne?

Zutaten für 4 Personen):

2 Zwiebeln
2 Möhren
3 Kartoffeln
eine Tasse Cashewkerne
Gemüsebrühe
Kurkuma
Salz
Pfeffer

Zubereitung: Das Gemüse in Gemüsebrühe kochen, bis es weich ist. Das Wasser sollte das Gemüse bedecken, aber mehr auch nicht. Wenn alles weichgekocht ist, die Tasse Cashews, Salz und Pfeffer reinwerfen und pürieren. Fertig. So sieht es aus:

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Es ist sehr dickflüssig, aber das ist Käsesauce ja auch, oder? Ach ja, man muss auch Nudeln kochen. Wenn die auch fertig sind: Sauce drauf, reinhauen.

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Fazit: Einfach, schnell, vegan, lecker ABER leider die Enttäuschung: Es schmeckt nicht wie Mac and Cheese. Am nächsten Tag habe ich dann die Reste noch mit Spinat vermischt, das war auch lecker. Aber kein Mac and Cheese. Seufz.

Wie ihr ja gemerkt habt, bin ich derzeit noch etwas im Schottland-Wahn. Deswegen wollte ich jetzt Scones machen, davon habe ich in Schottland nämlich auch ein paar ganz vorzügliche gegessen. Generell ist diese Afternoon Tea Sache ne gute Idee. Sowas sollte es hier auch geben. Da wird nämlich nicht nur Tee serviert sondern auch Sandwiches, kleine Kuchen und natürlich besagte Scones. Hier mal ein Bild von so einer Afternoon-Tea-Platte, die wir im Golden Lion Hotel in Stirling bekommen haben:

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Dann braucht man aber kein Abendessen mehr. Die kleinen Dinger da oben drauf sind die Scones. Und die wollte ich nun nachmachen. Schnell wurde ich von meiner Freundin Émilie mit einem Rezept versorgt. Aber irgendwie hatte ich Lust das zu veganisieren, darum habe ich das gemacht! Das braucht man:

350g Mehl (und etwas mehr noch, zum Bestäuben)
1/4 TL Salz
1 Esslöffel Backpulver
85g Margarine
3 TL Zucker
175ml Sojamilch
1 Röhrchen Vanillearoma
Saft einer halben kleinen Zitrone
Erdbeermarmelade und (vegane) Sahne

Und so geht’s:

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Backblech schon reinstellen.

Mehl und Backpulver in einer Schüssel vermischen, dann mit der Hand die Margarine darin verkneten bis es alles so krümelig ist. Dann macht man eine Mulde in die Mitte.

Sojamilch erwärmen. Nicht kochen. Vanillearoma und Zitronensaft reinrühren. Dann in die Mulde gießen und das ganze mit einem Messer oder so umrühren.

Eine Knetfläche suchen gehen. Arbeitsplatte oder Brettchen oder so. Mehl draustäuben. Teig draufkippen. Und dann mit bemehlten Händen kneten ein bisschen, bis alles gleichmaßig ist. Weil es klebt, braucht man vielleicht viel Mehl.

Dann muss man den Teig in 16 gleiche Teile teilen und Kugeln formen. Die dann etwas plattdrücken und ab in den Ofen. Nach 10 bis 15 Minuten ist es fertig! Es soll leicht braun sein.

Durchschneiden, Marmelade und Sahne drauf, essen! YAY!

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(Ich gebe zu, die Sahne auf dem Bild ist böse Kuh-Sahne)

Ich war letztens mal wieder in Schottland. Und da habe ich in einem Restaurant, dem Whiski Rooms in Edinburgh nämlich, vegetarischen Haggis gegessen. Übrigens ein gar vorzügliches Restaurant. Da sollte man hingehen, wenn man in Edinburgh ist. Die meisten von euch werden den Begriff „Haggis“ schon einmal gehört haben. Für alle anderen: Haggis ist etwas ziemlich Ekliges. Das will man gar nicht essen. Ich zitiere mal aus Wikipedia:

„Haggis ist eine Spezialität aus der Schottischen Küche und besteht aus dem Magen eines Schafes, paunch genannt, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. Haggis ist mit Pfeffer scharf gewürzt, und das Hafermehl verleiht ihm eine etwas schwerere Konsistenz als Wurst.“

Ja. Warum sollte man das essen wollen? Ich weiß es auch nicht. Vielleicht weil man ein totaler Schottland-Fan ist, so wie ich. Als ich jedenfalls „Vegetarian Haggis“ auf der Speisekarte las, wollte ich es. Was bleibt da noch über wenn man die ekligen Sachen alle rausfischt? Ich hatte keine Ahnung. Bekommen im Whiski Rooms habe ich jedenfalls dies hier:

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Ich habe schon die verschiedensten Reaktionen auf dieses Bild erhalten. Von: „Boah, das sieht ja gigantisch aus“ bis „Das sieht aus wie das Zeugs, was die Kandidaten im Dschungel essen. Känguruhhoden?“, Ich finde jedenfalls, es sieht lecker aus. Das ganz links ist der Haggis, daneben sind „neeps“ (Steckrüben) und „tatties“ (Kartoffeln) und ganz rechts in dem klenen Topf ist Whiskysauce. Das ganze war so lecker, dass ich es vor meiner Abreise nochmal dort bestellt habe. Jawohl. Und wehmütig dachte ich am Flughafen daran, dass ich jetz ganz lange keinen vegetarischen Haggis mehr essen kann, ich hatte ja keine Ahnung was drin war. Aber was fand ich im Duty Free Shop? Dies hier:

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Und das im Supersonderangebot für nur 10 Pfund für 2 Packungen! Yeah. Schweineteuer eigentlich. Für zwei 232g Dosen (Abtropfgewicht). Aber egal, ich wollte es und habe es gekauft! Hinten auf der schönen Packung stehen die Zutaten drauf:

Haferflocken, Zwiebeln, Steckrübe, Pflanzenölflocken, Kidneybohnen, rote Linsen, Pilze Salz, Pfeffer.

Also erstmal: Warum tun die da Steckrüben rein? Steckrüben müssen doch als Beilage! Und was zur Hölle sind Pflanzenölflocken? Vielleicht hab ich auch was falsch übersetzt….glaub ich aber nicht. Jedenfalls ist das Produkt nicht nur vegetarisch sondern vegan! Yay! Außerdem steht drauf, dass ein „kompletter Haggis in synthetischer Haut (nicht essbar)“ enthalten ist. Aha. Nun gut.

Zuhause hab ich den schönen Karton geöffnet und eine nicht ganz so schöne Dose kam zum Vorschein:

20150710_190841Diese wiederum geöffnet enthüllte….viel Wasser.

20150710_190920Da schwimmt echt son wurstartiges Teil drin. Mmh. und irgendwie….wird es immer weniger

20150710_191012Plötzlich scheint das ganze nur noch halb so groß. Ich denke mit Wehmut an meine 10 Pfund zurück….Nun ja. Irgendwie dachte ich, dass das Teil schon fertig ist, aber nein, weit gefehlt. Laut Anleitung auf der Dose muss man es für 35 Minuten köcheln lassen. Mikrowelle geht aber auch. Dafür muss man aber vorher die Haut abmachen. Ich habe eh keine Mikrowelle. Also Herd. Nach 35 Minuten habe ich vorsichtig (steht auf auf der Packung, dass man vorsichtig sein muss) die Wurstpelle angestochen und direkt kam Zeugs rausgequollen. Ih. Nicht gerade lecker. Das gab sich dann aber und ich hab die Wurst durchgeschnitten. Erster Geschmackstest ergab: Ist okay, aber nicht so lecker wie der im Whiski Rooms. Und so pur kann man den Haggis natürlich auch nicht essen, darum jetzt mein Rezept!

Haggis mit Butternutkürbis (in Ermangelung von Steckrüben), Kartoffelbrei und Whiskysauce

Ich wollte das gerne so klassisch haben, wie oben auf dem Bild. Aber da ich um diese Jahreszeit keine Steckrübe kriege, muss ein Butternutkürbis dran glauben! Und ich weiß auch gar nicht wie diese Whiskysauce geht, da hab ich einfach ein Rezept aus dem Netz geklaut. Und ich wollte auch etwas Deko oben drauf, aber ich habe keine Ahnung was das Grüne im obigen Bild ist, deswegen dachte ich an Mandelblättchen und Frühlingszwiebeln. Leider nicht 100 Prozent vegan, ich forsche weiter. Und so geht’s

Zutaten für 3 bis 4 Personen:

1 oder 2 Packungen Haggis (ist schon wenig drin in so ner Packung…)
1 Butternutkürbis
so circa 8-12 Kartoffeln
Olivenöl
Albaöl (oder Butter)
2 EL Scotch
2 EL Senf
2 TL Honig
350 ml Sahne
Salz
Pfeffer
Mandelblättchen
3 Frühlingszwiebeln

Für mein Saucen-Update: Mehl, Zucker, Margarine

Zubereitung:
1. Butternutkürbis längs in vier Teile schneiden, Kerne entfernen. Mit Olivenöl einreiben und bei 175 Grad im vorgeheizten Backofen mit der Schale nach oben 45 Minuten garen. Zwischendurch mal auf die andere Schnittfläche drehen. Wenn es fertig ist, sieht es so aus, ich hab mal eins umgedreht:

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Dann das weiche Innere herauskratzen und pürieren. Schöner wäre es, wenn es gröber bliebe, aber diese nervigen Fäden kriegt man da nicht komplett raus, also lieber pürieren. Man muss das nicht weiter würzen, es schmeckt jetzt schon super.

2. Kartoffeln schälen und in Salzwasser kochen, bis sie weich sind. Wasser abgießen. Etwas Butter oder Albaöl, sowie 50 ml Sahne, Salz und etwas Pfeffer hinzugeben. Mit einem Kartoffelstampfer grob zerstampfen. Fertig.

3. Den Haggis nach Packungsanweisung zubereiten. Haut entfernen.

4. Die Frühlingszwiebeln kleinschneiden und mitsamt ein paar Mandelblättchen in etwas Olivenöl anbraten

5. 300 ml Sahne mit 2 EL Senf und 2 TL Honig mischen, erhitzen. Wenn es fast kocht 2 EL Scotch hinzufügen, alles umrühren. Übrigens: Ich habe gar keinen echten Scotch genommen, sondern Tullamore Dew, der ist aus Irland. Geht aber auch. Nehmt aber bloß keinen Bourbon oder sowas!

UPDATE: Ich habe die Sauce verbessert. Man nehme 6 TL Zucker und karamellisiere ihn mit Margarine in einem Topf. Dann gießt man Whisky hinzu, viel Whisky und rührt es um. Dann etwas Sojasahne hinzu und Mehl zum andicken einrühren. Immer noch nicht wie das Original, aber viel besser als meine ursprüngliche Version!

Der Trick ist, dass alles gleichzeitig fertig sein muss. Timing ist alles. 😀

Dann kann man es so anrichten:

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Fazit: Es war richtig lecker. Vor allem der Kartoffelbrei und der phänomenale Butternutkürbis. Sowohl der Haggis als auch die Whisysauce waren im Whiski Rooms besser. Diese Sauce war ein Highlight. In meiner war eindeutig zu viel Senf und auch zu viel Honig, das muss reduziert werden. Ich habe inzwischen auch rausgefunden, dass im Whiski Rooms auch ein Fertigprodukt für den Haggis verwendet wird, und zwar der von Macsween’s. Muss ich irgendwie rankommen. Und wer einen Tip für bessere, vielleicht sogar vegane Whiskisauce hat: Her damit!

Als Kai und ich am Samstag mal wieder durch den Biomarkt schlenderten und ich nach Räuchertofu suchte, hörte ich auf einmal, wie Kai neben mir lachend zusammenbrach. Was geht denn jetzt ab, dachte ich und nachdem ich meinen Blick vom Tofu weg und auf mein Gespons gerichtet hatte, sah ich fassungslos den Grund für den Heiterkeitsausbruch: Das Ausländerwürstchen!

 

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Ausländer stand da wahrhaftig. Das Pflanzenwürstchen mit Migrationshintergrund. Kaum zu glauben. Es handelt sich dabei natürlich um eine Parodie auf das tolle „Deutschländerwürstchen“ von Meica. Erinnert ihr euch an den beknackten Spot? Nein? Dann verlinke ich ihn hier mal für euch…

Ja, da ist aus den beliebtesten Würstchen Deutschlands das jeweils Beste drin. Vor allem aus Wien….

 

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Aber das ist ja kalter Kaffee, die Werbung ist alt. Zeit ein Ausländerwürstchen auf den Markt zu bringen? Für Viana anscheinend schon! Und es gibt auch schon einen passenden Spot!

Naja. Da hätte ich mir etwas mehr Ausland noch gewünscht. Aber der Abspann ist schön:

„Ausländer“ ist ein Comedy-Parodie-Beitrag der Firma Tofutown zur menschlichen und kulinarischen Integration von Migranten jeglicher Herkunft, sowie Tofuwürstchen in Deutschland. Das ist doch gut!

Zurück zu unserem Einkauf im Biomarkt: Da uns das Würstchen so erheitert hatte, beschlossen wir, es zu kaufen. So sieht es aus, wenn man es umdreht:

 

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Und das ist dann drin: Tofu (Sojabohnen*, Trinkwasser, Gerinnungsmittel: Magnesiumchlorid (Nigari)) (34%), Trinkwasser, Weizeneiweiß* (19%), Sonnenblumenöl*, roter Gemüsepaprika*, Meersalz, Paprika*, Gewürze*, Tomatenmark*, Rohrohrzucker*, Verdickungsmittel: Johannisbrotkernmehl*, Mandeln*, Kräuter* (*= aus kontrolliert biologischem Anbau)

Zuhause angekommen wollte Kai es direkt essen. Das sah dann so aus:

 

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Wie ihr seht, war er sehr glücklich mit seinem Ausländer-Würstchen. Und dass, obwohl er gar kein Ausländer ist! Obwohl ja gewisse Leute behaupten, dass er eigentlich ein getarnter Holländer ist…

Nun ja! Ich konnte in letzter Sekunde auch ein Stück ergattern und es ist lecker! Sehr würzig, rauchig, ein guter Snack. Das kann man gut essen! Es war auch nicht so teuer, ich meine 1,39 Euro. Also eine definitive Empfehlung von mir.

Zu besonderen Anlässen mache ich gerne mal Schichtdesserts. Das bedeutet, dass in einem Glas abwechselnd verschiedene Schichten leckerer Dinge aufeinandergestapelt werden. Als Grundlage diente hier bislang meistens Quark oder Joghurt, diesmal wollte ich allerdings eine vegane Variante machen. Das war gar nicht so einfach, denn bereits die erste Schicht stellte mich vor eine riesige Herausforderung: Kekse. Ganz unten müssen Kekse rein! Normalerweise nehme ich Löffelbisquit, aber die sind mit Ei. Zum Glück wurde ich nach langer Sucher im Keksregal fündig: Haferkekse waren die Lösung. Hier sind sie:

Kekse

Die schmecken übrigens auch ohne das Dessert super. Crunchige, leckere Kekse! Und ganz ohne böses Ei und böse Milch. Toll. Als ich die Kekse erst einmal hatte, wusste ich, jetzt wird es was. Denn den Rest der Zutaten findet man in jedem Supermarkt. Gut, außer der veganen Sahne vielleicht, aber die hatte ich noch im Schrank von meiner letzten Onlinebestellung, hier ist sie:

Schlagsahne

Es gibt auch noch andere Sorten veganer Sahne, ich denke, es sind alle geeignet.

Hier kommt jetzt mal die Zutatenliste für 4 große Portionen:

1 Packung Haferkekse
etwas Rum
eine halbe Tasse Kaffee
1 Becher Sojajoghurt
1 Packung vegane Sahne
1 Beute gefrorene Erdbeeren (oder auch frische)
Vanille oder Vanillearoma
Agavendicksaft
je eine Packung Raspelschokolade und Schokobohnen (die Zartbittervarianten sind vegan!)

Zubereitung:

Man nehme 4 große Gläser, zum Beispiel Whiskytumbler oder so etwas. Ganz unten legt man jeweils zwei Kekse rein und dann geht man erstmal ein bisschen Kaffee kochen. Man braucht allerdings nur eine halbe Tasse und da kippt man dann einen ORDENTLICHEN Schuss Rum rein. Muss ja Spaß machen, ne? Wenn ich es recht bedenke kann man auch ruhig ne ganze Tasse machen und mehr Rum reintun, dann hat man hinterher Reste. Die machen das weitere Vorgehen spaßiger wenn man sie sich einverleibt.
Nun, denn! Diese Mischung gibt man dann auf die Kekse, die dann matschig werden. Wie bei Tiramisu! Wenn es zu flüssig geworden ist, kann man noch weitere Keksstückchen reintun und man muss die Kekse dann eh etwas matschen, damit die unten einen gleichmäßigen Boden bilden.
Als nächstes püriert man die aufgetauten (oder frischen) Erdbeeren und mischt sie mit Agavensirup, damit sie schön süß werden. In einer anderen Schüssel schlägt man die Sahne, die vorher im Kühlschrank gelegen haben sollte, dann wird sie fester. Vegane Sahne wird nicht ganz so fest wie normale Sahne und sie schmeckt auch nicht genau so. Macht aber nix. Dann hebt man den Sojajoghurt unter und schmeißt die Schokoraspeln und Vanille rein. Wenn es noch etwas süßer sein soll kann man noch Agavendicksaft reinmischen. Gut umrühren. Einzeln betrachtet schmeckt diese Mischung jetzt irgendwie nicht so überzeugend, wenn man sie aber im Gesamtkontext mit den restlichen Zutaten isst, ändert sich alles schlagartig.
So. Nun abwechselnd Schichten der Erdbeermatsche und der Sahne-Joghurt-Mischung auf die Kekse geben.Oben drauf muss es weiß sein, denn darauf kommen dann noch die Schokobohnen. Das sieht schöner aus. Jetzt sind die Desserts eigentlich fertig aber man sollte sie noch ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen, die Konsistenz wird dann fester, vor allem diese Keksmasse schmeckt dadurch irgendwie noch viel besser. So sieht es jetzt aus:

Schichtdessert

Das mit den einzelnen Schichten ist für Anfänger vielleicht etwas kompliziert,, aber insgesamt ist das Dessert einfach zuzubereiten und trotzdem eindrucksvoll. Und total lecker!!! (Und kalorienreich…seufz) Damit kann man jedenfalls auch Nichtveganer beeindrucken. Mist, jetzt will ich es essen. 😦