Category: kaltes Buffet


Ich hasse das immer wenn ich Leuten sage, dass ich gerne Sushi esse und die Antwort ist dann: „Ih, roher Fisch!“. Erstens sollte schon längst überall bekannt sein, dass Sushi nicht gleich Fisch ist und zweitens sollten all diese Leute mich längst kennen und wissen, dass ich keine Fische esse! Aber es gibt immer noch so viele Menschen, die denken, dass Vegetarier Fisch essen. Weil ein Fisch ja anscheinend kein Tier ist. Das sind Pescetarier! Leute, die Fisch essen aber kein Fleisch nennt man Pescetarier! Ich bin übrigens ein 8/10-Home-Veganer. Aber genug der Schubladen.

Schon länger hatte ich von einer rein veganen Sushibar in Münster gehört und deren Facebookseite geliket, Samstag war es dann soweit und wir sind gezielt zu dieser Sushibar gefahren. Da Kai kein Sushi mag, haben wir Takeaway genommen. Das war auch besser so, wie sich herausstellte, denn das Ambiente gefiel mir überhaupt nicht. Aber erst einmal von Anfang an. Die Sushibar befindet sich an der Hammer Straße 63 und zwar genau neben einer Kirche. So sieht Makimaki von außen aus:

Makimaki

Wie man im Fenster lesen kann ist Makimaki angeblich die erste vegane Sushibar Europas. Ich vermute einfach, dass das stimmt, ich habe nämlich noch nie vorher von einer veganen Sushibar gehört.

Ich hatte mir vorab schon mal die Speisekarte angesehen und mir das „Super Party Bento“ ausgesucht, so viel Auswahl hat mich nämlich total überfordert und ich wollte gern möglichst viel probieren. Das „Super Party Bento“ besteht aus 40 Stück Sushi, eine Mischung aus Hoso Maki und Ura Maki. Zusätzlich habe ich noch einen Wakame-Salat und zwei Stückchen Inari bestellt, das sind nämlich meine Favoriten. Der Plan war, dass ich Kai mal das Sushiessen beibringe und mit Glück zwei Tage davon essen kann.

Also, wie oben schon angemerkt, der Laden ist eher ungemütlich. Sehr, sehr klein, weiß, steril und es gibt außer einer kleinen „normalen“ Sitzecke nur diese ungemütlichen Barhocker, keine Musik, nur Geräusche aus Geräten. Nichts für mich. Aber egal, Hauptsache das Sushi schmeckt! Ich musste auch gar nicht lange auf meine Bestellung warten obwohl das „Super Party Bento“ sehr umfangreich ist. Anscheinden ist schon ziemlich viel vorbereitet. Schnell war ich also aus dem ungemütlichen Laden wieder raus und im Auto.

Zuhause konnte ich dann erstmal auspacken und vor Freude weinen:

Makimaki2

So viele vegane Sushis! So viele verschiedene! Ich konnte es kaum glauben. Ich habe noch eine schöne Miso-Suppe dazu gekocht und es konnte losgehen. Kai hat, wie er immer so ist, raps raps raps, ein paar gegessen, ohne auf irgendwelche Unterschiede zu achten und meinte dann abschließend: Ja kann man essen. Die Misosuppe hat er nur kurz probiert, igitt! gerufen und stehen lassen. Seufz. So ist er.

Ich wollte nun aber gerne genau wissen, welche Sushis da nun drin waren. Kann ich leider aber so genau gar nicht sagen. Es waren welche mit roter Bete dabei, diese Kombination hat mir nicht so gut gefallen. Die mit Wakame fand ich auch nicht so gut, ich mag Wakame lieber als Salat, darum hatte ich mir den ja auch zusätzlich bestellt. Der Rest aber war super. Vor allem dieser vegane Frischkäse. Grandios. Die Inaris (das sind die extra bestellten in der linken runden Schüssel) schmeckten genauso gut wie in jeder Sushi-Bar. Dabei handelt es sich übrigens um mit Reis gefüllte süßliche Tofutaschen. Die sind so toll!

Fazit: Ich würde da immer wieder kaufen. Das Party Bento hat drei Tage gereicht (am dritten Tag war es nicht mehr so lecker, weil der Reis antrocknet, aber das ist wohl normal). Ich bin jetzt traurig, dass ich kein Sushi mehr habe, ich könnte mich allein davon ernähren. Ich möchte neben dem Laden einziehen und eine Sushi-Flatrate buchen. Toll: Es gibt auch einen Lieferservice!

Kritikpunkte: Der Laden hat keinerlei Ambiente, man will sich da nicht aufhalten und ich finde es schade, dass man die verschiedenen Sushis in der Partybox nicht identifizieren kann. Ist halt dann eine Überraschungsbox. Und ganz minimal finde ich den Reis nicht so gut wie ich ihn schon bei anderen Sushibars gegessen habe.

Nach Studium der Website stellte ich fest, dass es auch ein Makimaki in Osnabrück und eins in Dortmund gibt. Geht da hin Leute. Absolute Empfehlung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Diese Teigtaschen sind echt schnell gemacht und sie eignen sich hervorragend, um viele Gäste damit zu beköstigen. Ich habe zwei Varianten erfunden, die ich euch hier mal beide vorstellen möchte. Die Grundlage für beides ist Blätterteig. Ich weiß leider gar nicht, ob der Blätterteig, den ich hatte, vegan war. Gibt es überhaupt veganen Blätterteig? Das muss ich doch demnächst erstmal rausfinden, ich tendiere ja immer mehr zum Veganen. Ich wollte aber sowieso auch nochmal an einer kalorienärmeren Variante arbeiten, vielleicht mit Yufkateig oder so. Habe da letztens welchen im türkischen Lebensmittelmarkt gesehen. Ich werde berichten! Hier jetzt erst einmal die klassische Variante.

Insgesamt braucht man 1-2 Packungen Blätterteig.

Für die Thunfisch-Füllung:

1 Packung Veggie Tuna
2-3 Zwiebeln
Tomatenmark
Olivenöl
Oregano
Salz
Pfeffer

Für die Käsefüllung:
2 Pakete Schafskäse
1 Stange Lauch
Salz
Pfeffer

Los geht’s! Den Blätterteig muss man vorher auftauen, nicht vergessen. Ich hab’s vergessen, deshalb kam ich in Bedrängnis!
Die Zwiebeln ganz klein schneiden und in etwas Olivenöl andünsten. Wenn sie schön glasig sind mit dem (vorher zerzupften) Thunfisch und dem Tomatenmark, sowie den Gewürzen mischen.

Das Lauch in Ringe schneiden und in etwas Salzwasser kurz garen. Danach ordentlich abtropfen lassen und mit dem kleingematschten Schafskäse sowie Salz und Pfeffer vermischen.

Die Blätterteigscheiben halbieren, so dass kleine Quadrate entstehen. Auf die Mitte jedes Quadrats plaziert man nun ein Häufchen mit der Füllung seiner Wahl. Dann muss man die Ecken oben zusammenmatschen und hoffen, dass sie im Ofen auch zusammenbleiben. Meine taten es nicht. Ich vermute, dass man die gut mit Ei zukleben kann, ich mag aber kein Ei verwenden, Ei ist ih! Ist ja auch egal ob die zusammenbleiben oder nicht, sie sind auf jeden Fall lecker am Ende. Bei der Backzeit bin ich mir nicht mehr sicher, irgendwie 15 Minuten bei 200 Grad oder so, aber das müsste auch auf den Blätterteigverpackungen draufstehen.

Die Teile sind total lecker und alle haben sie gerne gegessen! Auch die Fleischesser. 🙂

 

SchafskäsetaschenThunfisch3

Ich habe ja schon einiges an irren Imitaten gesehen, aber das hier hat mich dann doch wieder sehr erstaunt. Wer bitte kommt denn auf die Idee vegetarischen Kaviar zu basteln? Stührk heißt die Firma. Kenn ich nicht. Ein Blick auf die Homepage verrät mir auch warum: Da heißt es nämlich „Feinste Delikatessen frisch aus dem Meer.“ Es handelt sich bei Stührk also um eine Fischfirma. Also die verkaufen eigentlich normale, echte, tote Fische. Und kein Tofu oder so. Die Produktpalette besteht lediglich aus klassichen „Meeresfrüchten“, dieser Kaviar ist das einzige Vegetarische, das Stührk anbietet. Ja, und woraus ist das nun? Die Produktauskunft teilt mit: Braunalge. Wer nicht weiß, was das ist, wird dort schnell gut informiert: „Die Braunalge (Phaeophyceae) ist eine im Meer lebende, wie der Name schon sagt, oft braune Alge mit Generationswechsel.“ Huch! Generationswechsel? Ein im Meer LEBENDE Alge? Ich dachte Algen sind Pflanzen. Wikipedia klärt über diese Generationswechsel-Sache auf. Naja, nicht wirklich: „Die Meiosporen werden in uniloculären (einkammerigen) Sporocysten gebildet, die Gameten in pluriloculären (vielkammerigen) Gametangien. Der Generationswechsel ist heterophasisch, d.h. es wechseln sich haploide und diploide Generation ab. Innerhalb der Braunalgen gibt es eine Entwicklungslinie von gleichartigem (isomorphem) Generationswechsel zu einer Reduktion des haploiden Gametophyten: heteromorpher (verschiedengestaltiger) Generationswechsel. Bei den Fucales ist die haploide Generation fast vollständig rückgebildet, sodass sie fast reine Diplonten sind.“ Versteh ich nicht. Ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass ne Alge ne Pflanze ist. Egal ob braun oder grün!

Das Zeug kann man z.B. bei Alles-Vegetarisch käuflich erwerben. Es kostet 2,29 Euro für 100g. Find ich okay. Was ich nicht so okay finde ist, dass bei Stührk als Zutat ja nur diese wundersame Braunalge angegeben war. Bei Alles-Vegetarisch sieht das schon ganz anders aus. Da stehen folgende andere merkwürdige Dinge:

Geliermittel Calciumalginat aus Seetang, Wasser, Salz, Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat, Aroma, Säuerungsmittel Citronensäure, Ascorbinsäure, Verdickungsmittel Xanthan, Farbstoff E153, Konservierungsstoff Kaliumsorbat, Natriumbenzoat

Calciumalginat aus Seetang? Das hört sich nicht so toll an wie „Braunalge“. Und dann noch fieses, böses Glutamat? Ich bin schockiert! Egal, ich war neugierig, hab’s bestellt.

Hier ist das Glas:

Kaviar1

Sieht doch ganz gut aus. Richtig edel irgendwie. Und gleichzeitig so natürlich mit dem grünen Banner und so. DLG steht auch noch drauf. Das Produkt wurde 2011 mit dem Goldenen Preis prämiert. Aha. Dann muss es ja gut sein. Ich mach mal auf…

Kaviar2

Joa. Sieht aus wie Kaviar. Und riecht auch so! Voll lecker nach Meer und Fisch! Ich muss ja zugeben, früher, also vor 20 Jahren, als ich noch Fisch und Fleisch gegessen habe, da mochte ich Kaviar total gern. Also nicht jetzt diesen echten, teuren, russischen, sondern billigen aus’m Kühlregal. Schlemmerfilet a la bordelaise ist übrigens auch lecker. Muss man vielleicht einfach mal zugeben, lecker ist das Zeug manchmal einfach. Trotzdem – ich habe es aus meinem Speiseplan verbannt, und da bleibt es auch, in der Verbannung! Darum jetzt also nachgemachter Imitatkaviar! Dieser schwimmt in einer komischen Flüssigkeit, die etwas schleimig wirkt. Aber das macht echter Kaviar glaub ich auch. Ich habe es probiert und meiner Meinung nach schmeckt es auch nach Kaviar! Total lecker, die Konsistenz ist aber etwas anders. Ich habe den Kaviar auf so kleine Kekse mit Frischkäse gepackt, da war er dann nicht mehr vegan. Man kann aber sicher auch vegane Kekse und irgend eine vegane Tofupaste nehmen. So sieht es dann aus:

Kaviar3

Sieht doch super aus. Und schmeckt auch super. Es macht sich auch toll auf einem kalten Buffet, leider weichen aber die Kekse relativ schnell durch, dann ist es nicht mehr so gut. Einige meiner Gäste fanden, dass es wie Kaviar schmeckt, andere verneinten dies vehement! Andere trauten sich nicht, es zu probieren. Ich find’s super, bis auf das böse Glutamat. Wird trotzdem wieder gekauft!

Gemüseschnittchen

Das folgende Rezept habe ich aus einem Kochbuch entwendet, und zwar aus dem Klassiker der vegetarischen Küche, dem ersten Ox-Kochbuch:

ox

Das Ox-Kochbuch ist ein gar schönes Kochbuch, denn es gibt verschiedene Icons, die an den Rezepten stehen, und die dem unbedarften Koch schnell klarmachen ob das Rezept einfach oder schnell zuzubereiten ist, ob die Zutaten günstig sind oder ob es sich für eine große Menge Leute eignet (WGs, Parties). Da das Kochbuch ursprünglich dem Ox-Fanzine entwachsen ist, richtet es sich in erster Linie an Menschen, die etwas mit alternativer Musik anfangen können und darum ist jedem Rezept auch ein Musiktipp beigefügt. Da die Rezepte teilweise von Musikern und nicht von Köchen und/oder Sprachwissenschaftlern stammen, sollte man sich nicht an geschätzten Mengenangaben und salopper Ausdrucksweise stören. Titel wie „Alarm im Darm“ oder „Pseudo-Asien-Schnellimbiss“ oder gar ein Rezept für Sex können den elitären Gourmet-Veganer schon abschrecken. 🙂 Es gibt (zumindest im ersten Band) übrigens auch keine Fotos, manchmal haben die Autoren stattdessen etwas gezeichnet. Nunja. Das Kochbuch kostet 9,20 €, und die ist es auch wohl wert!In diesem Buch findet sich jedenfalls das gute Rezept für Gemüseschnittchen. Die Herstellung ist laut Buch günstig und das Essen ist für eine große Gruppe geeignet. Das hörte sich gut an und so haben wir die Schnittchen zubereitet und auf einem kalten Buffet plaziert. Hier kommt das Rezept:

Zutaten:
250g Mehl
250g Quark
250g Butter
1 TL Salz
1 Zucchini
1 Paprika (ich habe eine rote genommen)
1 Stück Schafskäse
1 Stange Lauch
Sojasauce
Salz
Pfeffer
Majoran (ich habe stattdessen Oregano genommen)
Öl braucht man auch, haben die vergessen zu sagen

Zubereitung:
Aus Mehl, Quark, Butter und Salz soll ein Teig hergestellt werden, der dann lange kaltgestellt werden muss.

Das Gemüse kleinschneiden und in etwas Öl anbraten. Den Schafskäse zerbröseln und mit dem Gemüse vermischen, mit den Gewürzen abschmecken.

Jetzt wird’s nervig. Man muss den Teig ausrollen. Ich hasse sowas. Dann muss man Quadrate ausschneiden, ca 13×13 cm (3-5mm dick). Man füllt Gemüse hinein und klappt es zu Dreiecken zusammen.

Jetzt muss man die Dreiecke im Ofen bei 175° backen, bis sie angebräunt sind. Voilá:

Gemüsetaschen 2

Man kann die Dinger kalt oder warm essen, sie schmecken grandios. Und sie triefen vor Fett. Das macht sicher die Butter. Wir tauften sie um in Fettschnittchen. Alle Leute, die bei uns das kalte Büffet genossen, fanden sie ganz, ganz toll. Und eigentlich ist die Zubereitung auch einfach. Wenn man von diesem Teiggerrolle absieht. Ich hasse das. Vor allem wenn man kein gutes Nudelholz hat. Das Bäckerhandwerk werde ich wohl so schnell nicht erlernen….

Wenn man mal ein paar Leute einladen möchte und gerne etwas Fingerfood zubereiten möchte, dann eignen sich besonders gut kleine Partyspießchen. Die Zubereitung ist äußerst einfach, man kann sie also auch seinem unbegabten Freund oder Ehegatten überlassen. 🙂 Leider ist das Rezept nicht vegan, alle Veganer also weghören (oder leckere Alternativen vorschlagen)

Man braucht:
Schwarzbrot (und zwar jenes, was man hierzulande auch als Pumpernickel kennt)
Käse (Gouda oder Brie)
Cocktailtomaten
Weintrauben (ohne Steine)
Butter oder Margarine
Physalisse (Physalae? Physalen?) als Deko
Zahnstocher

Folgendermaßen gehe man vor:

Eine Scheibe Schwarzbrot mit Margarine bestreichen, Käse darauflegen. Eine weitere Scheibe Schwarzbrot von beiden Seiten mit Margarine bestreichen und sie darauflegen. Nun folgt wieder eine Lage Käse und darauf wiederum wieder eine Scheibe margariniertes Schwarzbrot.
Jetzt kommt der schwierigste Teil. Vielleicht schickt man den unbegabten Handlanger doch mal kurz noch unter einem Vorwand weg, er könnte z.B. irgend etwas aus dem Keller holen. Denn jetzt braucht man ein langes, scharfes Messer. Mit diesem schneidet man die Konstruktion in kleine Vierecke. Längs kann man das Stapelbrot zwei mal einschneiden und quer irgendwie fünf oder sechsmal. Nun kann der Küchenhelfer wieder aus dem Keller kommen und übernehmen, dieser Teil macht nämlich Spaß.
Man gebe seinem Helfershelfer ein paar Zahnstocher und weise ihn an jeweils eine Cocktailtomate oder eine Weintraube aufzuspießen und den Spieß dann anschließend auch noch durch das Brot zu jagen. Auf einer Platte anrichten. Jetzt kann man noch die Physal….. diese kleinen, komischen Obstdinger dekorativ um die Häppchen drapieren.

Fertig sind die hors d’oeuvre!

So sieht es dann aus:Spießchen1

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es sich bei diesen lustigen, kleinen Häppchen um Kalorienbomben handelt. Ich meine, da sind vier Butterschichten und zwei Käseschichten drin. Also besser nicht zu viele davon essen. 🙂

Update: Ich habe letztens noch eine Variante mit Erdbeeren gemacht. Das war auch lecker!

Erdbeerspieße