Category: deutsch


Lange hatte ich schon nach diesem Braten gelechzt, aber bislang ist nie etwas daraus geworden, denn erstens: Was soll ich mit 750 g anfangen? und zweitens: Er ist teuer! Wenn der Braten nicht gerade irgendwo im Angebot ist kostet er über 15 Euro. Da hab ich mich immer irgendwie nicht rangetraut. Aber jetzt sollte ich ein Menü zu Weihnachten kochen, da eignet sich der doch hervorragend. Ist ja immerhin ein VESTTAGSbraten. Also hab ich den Braten bestellt. Hier isser!

Braten1

Sieht doch ganz gut aus eigentlich! Das ist drin:

Seitan (Wasser, Weizeneiweiß) 85%, Haferfaser, Zwiebeln, Salz, Hefeextrakt, Sojasauce (Wasser, Sojabohnen, Meersalz), ölsäurereiches (High-Oleic) Sonnenblumenöl, Flohsamenpulver, Gewürze, Verdickungsmittel Guarkernmehl

Oh, Seitan. Dann kann ich ja wieder meinen alten Witz mit „Satan“ machen. Ich habe also einen Satansbraten gekauft! (Okay, Schluss mit den Kalauern…)

Also. Ich wusste nicht so recht, was ich jetzt genau mit dem Braten machen soll, bei klassischer deutscher Küche bin ich immer schnell überfordert. Also schnell Mama angerufen, die hat mir vorgeschlagen das Ding in einen Bratschlauch zu packen, zusammen mit Rotwein und Brühe und Gewürzen und das in den Ofen zu tun. Toll, hab ich gesagt, wo soll ich denn jetzt einen Bratschlauch hernehmen? Ich habe mir da irgend so ein traditionelles Kochgerät drunter vorgestellt. Aber weit gefehlt! Prompt wusste Mama die Lösung: Es gibt da so Folien, da kann man Stücke abschneiden und die kommen dann mit in den Ofen. Folien? Die man in den Ofen tun kann? Laut meiner Mutter ist diese Erfindung schon 30 Jahre alt. Wieso kenne ich das nicht? Ich habe diese Folie also auspropiert.

Braten2

Das ist der Braten in einer Marinade aus Brühe, Rotwein, Salz, Pfeffer, Paprikagewürz und Lorbeerblättern. Da hab ich ihn erstmal ein paar Stunden dringelassen. Kann ja nicht schaden! Dann habe ich ihn in den Ofen gepackt und bei 200 Grad 20 Minuten dringelassen. So sah er dann aus:

Braten4

Dazu hatte ich mir folgende Beilagen überlegt:

Apfelrotkohl
Erbsen und Möhren
Rosenkohl
Kartoffeln
Pilzsauce

Getacht, getan. Da sind die Beilagen:

Braten3

Man braucht ganz schön viele Töpfe….Und da dass alles total lecker war (soviel kann ich schonmal verraten), hier die Vorgehensweise. Das ganze ist etwa für 4 bis 5 Personen gedacht.

Kartoffeln:
Zutaten:
Kartoffeln (So viele ihr braucht)
Salz
Kartoffeln schälen und in Salzwasser kochen. Fertig. Das war einfach.

Apfelrotkohl:
Zutaten:
1 Glas Apfelrotkohl

Man gehe in ein Geschäft und kaufe dort ein Glas fertigen Apfelrotkohl. Hier muss man aufpassen, dass kein Gänsefett drin ist! Manchmal schmeißen die da sowas rein! Den Rotkohl muss man nur in einen Topf tun und erwärmen. Man kann etwas Wasser hinzugeben, damit man es besser umrühren kann, das kippt man dann hinterher wieder ab. Natürlich könnte man auch einen frischen Rotkohl kaufen und hacken und mit Apfelstückchen vermischen und sich noch 2 Stunden mehr Arbeit machen. Hatte ich aber keine Lust zu.

Erbsen und Möhren:
Zutaten:
1 Dose Erbsen und Möhren
Salz
Agavendicksaft
1 TL Pflanzenmargarine

Wir sagen hier ja Erbsen und Wurzeln. Aber auf den Dosen, die man kaufen muss, steht das nicht. Da steht Erbsen und Möhren. So eine kauft man. Ja, auch hier ein Fertigprodukt, meine Lebenszeit ist begrenzt. Die Erbsen und Wurzeln kippt man einfach in einen Topf, erhitzt sie, gießst das Wasser ab und fügt dann etwas Pflanzenmargarine, eine Prise Salz und einen TL Agavendicksaft hinzu. Umrühren, fertig.

Rosenkohl:
Zutaten:
1 kleines Paket TK-Rosenkohl
1 Packung Sojasahne
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Bund Petersilie
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Auch hier kein frischer Rosenkohl. Könnt ihr natürlich machen. Hatte ich aber keinen Nerv zu! Den TK-Rosenkohl in einen Topf mit leicht gesalzenem Wasser geben und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Wasser abgießen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Kleingeschnittene Zwiebeln hinzufügen und kurz anbraten. Rosenkohl und zerdrückten Knoblauch dazu geben. Immer mal umrühren. Dann mit Salz und Pfeffer würzen. Die Sojasahne einrühren und kurz einkochen lassen. Dann die gehackte Petersilie unterrühren

Pilzsauce
Zutaten:
500 g Champignons
2 rote Paprika
2 Möhren
2 Zwiebeln
vegane braune Instantsauce
Rotwein! (Eine Tasse sollte reichen. Hicks)
1 Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer
Paprikagewürz
Agavendicksaft
Olivenöl

Diese Sauce hab ich erfunden. Sie ist super und ich bin stolz darauf! Sie geht so:
Die Paprika entkernen und die Möhren, Zwiebeln und die Knoblauchzehe schälen. Dann müssen die in GANZ kleine Stücke gehackt werden. Ich habe dazu so ein kleines Häckselgerät, das müssen wirklich ganz kleine Stückchen sein. Diese Mini-Stückchen brät man dann in Olivenöl an. Wahrscheinlich ist die Pfanne dann voll, dann muss man für die Pilze eine andere nehmen. Die Pilze werden geviertelt und ebenfalls in Olivenöl angebraten. Wenn man eine riesige Pfanne hat, kann man bestimmt auch alles in eine tun, aber Pilze müssen schon direkt Bodenkontakt (und Ölkontakt) haben, damit sie gut werden. Wenn die Pilze etwas geschrumpft und gebräunt sind wirft man sie dann zu dem restlichen Gemüse. Jetzt kann man es mit Salz, Pfeffer und Paprikagewürz würzen und ordentlich Rotwein dazugeben. Zum Binden kann man dann eine vegane Instantsauce nach Packungsanweisung dazu tun. Dann noch etwas Agavendicksaft rein und fertig ist die Sauce! Genial. Schmeckt zu allem!

Fertig angerichtet auf dem Teller sieht es dann so aus:

Braten5

Toll oder?

Und wie hat jetzt der Braten geschmeckt? Sehr, sehr gut. Saftig und zart, schöne Konsistenz, geschmacklich kann ich das nicht so genau definieren. Sehr intensiv, das kann natürlich auch an meiner Marinade gelegen haben. Ich würde den Braten jedenfalls wieder kaufen. Auch wenn mich der Preis immer noch etwas stört, aber gut, sowas isst man ja auch nicht jeden Tag. Es ist auch noch ne Menge übergeblieben, wir konnten am nächsten Tag nochmal davon essen. Jedenfalls gibt’s ne absolute Kaufempfehlung!

Es gab übrigens noch einen Nachtisch. Den könnt ihr euch hier ansehen!

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Porree-Kohl-Pastete

Dieses Rezept habe ich – man glaubt es kaum – damals im Hauswirtschaftsunterricht in der Schule kennengelernt. Vor mittlerweile über 20 Jahren. Sonst ist aus dem Unterricht nicht viel hängengeblieben, es war auch so viel Theorie dauernd. Enzyme und son Zeug. Laaaaaangweilig! 😀 Die Porree-Kohl-Pastete ist nicht vegan, aber vermutlich veganisierbar, wenn man sich ein bisschen auskennt. Dies sind aber erstmal die Zutaten, die das Rezeot verlangt:

300 g Porree
½ Kilo Weißkohl
225 g Blätterteig
25 g gehackte Mandeln
125 g Appenzeller
100 g Schafskäse
3 Eier
½ Becher saure Sahne
Salz
Pfeffer
Pflanzenöl

Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass man die Eier auch einfach weglassen kann. Die schmecken eh nicht. Also raus damit. Dafür nehme ich immer etwas mehr saure Sahne und Käse. Und Mandeln. Müsst ihr mal ausprobieren, wie euch das schmeckt.

So geht’s:

Erstmal muss der Blätterteif auftauen. Ich vergesse immer, den vorher aus der Truhe zu nehmen, also das als erstes machen. Jetzt hat der Teig auch viel Zeit aufzutauen, denn man ist jetzt erstmal mit dem Gemüse beschäftigt. Das (den?) Porree muss man in Ringe schneiden und den Weißkohl in Streifen. Bei Weißkohl muss man etwas rabiat werden, ich empfehle ein langes, gutes Messer! Oder ein Hackebeil und viele Aggressionen, die man abbauen möchte!
Das ganze Gemüse wird dann in kochendem Wasser 4 min gegart. Anschließend muss man es abgießen und gut abtropfen lassen.
Jetzt braucht man eine Springform. Das ist dieses runde Teil, in dem man Kuchen machen kann. Die Form muss man mit dem Öl einfetten und dann mit dem Blätterteig auslegen. Also unten auf dem Boden muss Teig sein, am Rand auch und man braucht auch hinterher noch etwas um die Decke zu bilden. Darauf achten, dass nirgendwo Löcher drin sind, sonst läuft alles aus!
Jetzt werden die gehackten Mandeln auf den Teigboden gestreut. Die sind lecker, da kann man echt wohl mehr von nehmen.
Nun ist der Käse dran! Der wird gewürfelt und in eine große (!) Schüssel geschmissen, in die man auch die saure Sahne kippt und wenn man denn unbedingt will auch die Eier. Salz und Pfeffer hinzugeben und gut vermischen. Jetzt kommt auch noch das Gemüse rein. Alles muss durcheinandergemixt und dann in die Springform gegeben werden. Jetzt kann man den Teig darüber klappen, so dass das ganze Gemüse bedeckt ist. Wie gesagt: KEINE LÖCHER MACHEN!!!
Ab in den vorgeheizten Backofen damit. Nach 30 Minuten Backzeit bei etwa 200 Grad kommt das heraus:

Porree Kohl Auflauf

Es ist total lecker und gesund (wegen dem tollen Kohl) aber auch unglaublich kalorienreich (Hallo böser Blätterteig und Käse!)

Und jetzt nochmal zum veganisieren:
Die blöden Eier kann man echt weglassen, die stören eher. Die saure Sahne werde ich beim nächsten Mal durch eine Sojaalternative ersetzen. Ist Blätterteig eigentlich vegan? Bestimmt nicht, ich glaub da ist Butter drin. Das checke ich beim nächsten Mal. Man könnte ja auch Filoteig nehmen, dann wäre es auch gleich viel kalorienärmer…Aber was mach ich mit dem (sehr aromatischen) Käse? Alle veganen Käse, die ich bislang probierte waren großer Mist! Wer hat eine Idee? Schreibt mir! Ich will eine vegane Variante testen!

Auf einer meiner letzten Shoppingtouren durch den Biomarkt fand ich gar lecker aussehenden Königsberger Klopse der Firma Eden: Eden, Bruno Fischer und Martin Evers Naturkost, die vom gleichen Produzenten hergestellt werden haben übrigens vor kurzem fusioniert, so dass sich das Design einiger Produkte verändert hat. Drin ist aber immer noch das gleiche. Also. Hier ein Bild der Klopsdose:

Königsberger Klopse1

Ab und zu gibt es bei uns ja doch mal Dosenfraß, meine komischen Arbeitszeiten erlauben mir nicht immer, ausgiebig zu kochen. Da hab ich die mal eingepackt. Obwohl mich schon wieder ärgert, dass das Zeug nicht vegan ist, folgendes ist nämlich drin:

Wasser, Sojabällchen (25%) (Sojaflakes (45%), pflanzliches Fett, Wasser, Eieiweiß, Sojaeiweiß (6%), Weizengluten, Schnittlauch, Petersilie, Salz, Zwiebelpulver, Pfeffer, Knoblauch, Curcuma, Senfmehl, Verdickungmittel Guarkernmehl, natürliches Aroma, Spinat, Säureregulator Calciumlactat), Kapern (2,5%), Weizenmehl, Sonnenblumenöl, Magermilchpulver, Maisstärke, Salz, Zucker, Pfeffer, Zwiebelpulver, Verdickungsmittel Guarkernmehl, Zitronensaftkonzentrat

Was denken sich diese Hersteller eigentlich? „Hey, lass uns ein vegetarisches Fertiggericht machen. Aber wir werfen ein gaaaaaaanz kleines bisschen Ei hinein, damit alle Veganer sauer sind! Muahahahaha!!!“ Ich meine, ist denen nicht klar, dass die damit ihre eigene Zielgruppe dezimieren? Naja, wie ihr wisst, sehe ich das ja eh nicht so dogmatisch also hab ich das Zeugs gekauft, finde es aber dumm.

Irgendwann kam dann der Tag, an dem ich keinen Nerv zum Kochen hatte und ich beschloss, diese Klopsdose zu öffnen. Der Anblick, welcher sich mir bot, war folgender:

Königsberger Klopse2

Mmh, geht so, ne? Man beachte, dass die (sehr, sehr dünne) Sauce so glitzert, das sind Fettaugen. Warum muss da denn jetzt so viel Fett drin sein? *ärger*

Ich dachte mir dann ich mach mal Kartoffeln und Spinat dazu, weil irgendein Gemüse hätte mir sonst gefehlt und die Sauce sah so verdächtig nach nichts (außer nach Fett) aus, da hatte ich Angst, dass die Kartoffeln zu trocken werden. Ich hatte noch eingefroreren Würzspinat, das passte so gut zu Dosenfraß, so dass ich den genommen habe und nur noch Kartoffeln zu kochen brauchte. Auf dem Teller sah das ganze dann schon besser aus:

Königsberger Klopse3

Aber, was soll ich sagen? Die Kartoffeln und der Spinat waren lecker, die Klopse nicht. Trotz der drei Millionen Zutaten waren die Klopse in meinen Augen (oder eher auf meiner Zunge) geschmacklos und die Sauce war auch sehr enttäuschend. Tja, das hat man davon, wenn man zu Dosen greift…obwohl, es gibt auch leckere Fertiggerichte, es kommt nur nicht so oft vor, deshalb werde ich natürlich am Ball bleiben, weiter ausprobieren und hier davon berichten.

 

Edit: Holtmanns Vegetarisches Restaurant hat leider geschlossen. Laut Facebookseite sucht man nach einer neuen Location.

Heute möchte ich euch mal ein Restaurant im westfälischen Rheine empfehlen. Wer wie ich aus dem Münsterland oder aus dem Emsland kommt, weiß, dass es dort um rein vegetarische Restaurants schlecht bestellt ist. Die Menschen hier scheinen zu fleischlastigen mongolischen Büffets, griechischen Fleischplatten und klassisch deutscher Fleischküche zu tendieren. Zwar kann man bei jedem Chinesen oder Italiener auch teilweise vegane und vegetarische Gerichte bekommen, einen Inder sucht man außerhalb von Osnabrück und Münster allerdings vergebens und in Restaurants mit deutscher Küche ist es nicht einfach, vegetarisches oder gar veganes Essen zu bekommen. Gerade in Rheine, welches immerhin über 70.000 Einwohner hat, ist es nicht immer lustig, sich mit den Speisekarten, Bedienungen und Köchen alt eingesessener Restaurants rumzuärgern. Das krasseste diesbezügliche Erlebnis hatte ich wohl in einem schrecklichen, gutbürgerlichen in Gasthof Salzbergen/Holsten, wo ich trotz vorheriger Anmeldung kein vegetarisches Gericht bekam. Dies muss nun nicht mehr sein, denn in Holtmanns vegetarischem Restaurant wird auch ein Fleischesser glücklich.

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„Essen für die Seele“ – verheißungsvoll klingt es auf dem Schild. Für meinen Geschmack ein wenig schwülstig aber die Schriftart ist nett und wer weiß  – vielleicht erfreut das Essen im Holtmanns ja die Seele des einen oder anderen. Hauptsache es erfreut auch den Magen…

Die Karte ist zwar nicht sehr umfangreich, aber es gibt dort neun vegetarische und neun vegane Gerichte, das finde ich gut. Ich meine, in welchem Restaurant kann ich denn zwischen 18 Gerichten auswählen? Hier muss ich auch nicht jedes Gericht nach verstecktem Fleisch durchsuchen und es erwarten mich keine bösen Überraschungen, wie etwa, dass nachher unangekündigter Speck drin ist oder dass mich die Bedienung fragt, in welcher Religion man denn kein Huhn essen darf. Oder dass mir nach dem Essen mitgeteilt wird, dass NATÜRLICH Rinderbrühe im Essen war oder dass man ausgelacht oder gefragt wird, wie lange man denn noch zu leben gedenkt und woher man sein Protein bekommt… *seufz*

Das einzige Manko an der Speisekarte im Holtmanns ist jedenfalls, dass man nicht auf den ersten Blick erkennt, was jetzt vegan und was vegetarisch ist. Aber die Damen im Holtmanns sind äußerst freundlich und aufmerksam (und dabei nicht aufdringlich), sicher helfen sie dem ratlosen Gast gerne weiter!

Kai und ich waren bereits kurz nach der Eröffnung ins Holtmanns geeilt, da wir kaum glauben konnten, dass es wirklich in unserere näheren Umgebung ein vegetarisches Restaurant gibt. Wir wurden nicht enttäuscht. Nachdem wir bestellt hatten bekamen wir erst einmal etwas Brot und knusprige Brotstangen mit zwei verschiedenen Dips: Avocado- und Käsecreme. Das fanden wir schonmal total aufmerksam und es war auch sehr lecker.

Brot mit Dip

Sehr schnell bekamen wir auch Getränke. Mein Gespons hatte einen Wein bestellt und ich einen seltsamen Softdrink namens Club Mate, ein lecker schmeckendes Getränk auf der Basis von Mate Tee. Dann kam das Essen. Kai hatte Gericht Nr. 24 bestellt, „Körnerpicker“. Hinter diesem erstmal birkenstockig-hippieartig anmutendem Begriff versteckten sich Falafel mit Blattspinat und Sesam, Reis und Minz-Joghurt, eingewickelt in einer Art Tortilla. So sieht es aus:

Falafel

Das ist offensichtlich eine sehr ungewöhnliche Art, Falafel zu servieren, und es schmeckte dann auch sehr anders als man es von Falafel erwarten würde. Anders heißt aber nicht schlechter, es war total lecker, Kai fand sogar, dass das die besten Falafel seien, die er je gegessen hatte. Gekostet haben die Falafel 10,90 €.

Mir war an dem Abend nach etwas Asiatischem, deswegen hatte ich die Nummer 26, „Asia Style“, bestellt. Folgendes ist drin: Paprika, Tomate, Zuckerschoten Zwiebeln, Zuccini, Möhren, Erdnüsse in Kokosmilch mit Reis und kleinen Frühlingsröllchen. Hörte sich verheißungsvoll an und so sah es aus:

Asia Style

Es war so lecker wie es aussah. Wirklich sehr, SEHR lecker. Asia Style kostet 11,20 €.

Wir waren begeistert, und beschlossen, bald wiederzukommen. Da das Holtmanns leider sehr eingeschränkte Öffnungszeiten hat (Mittwoch – Sonntag: ab 18:00 Uhr) kam diese Gelegenheit erst in der letzten Woche, als wir mit unseren Freunden Andrea von Gourmandise und Dirk von Umschweife dort essen gingen. Da uns das Essen beim letzten Mal so gut geschmeckt hatte, reservierten wir in weiser Voraussicht einen Tisch. Und das war auch gut so, denn kurz nach unserem Eintreffen waren auf einmal alle Tische besetzt. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass man im Holtmanns leckeres Essen kriegt.

Nach der Bestellung der Getränke (ich musste wieder dieses Mate-Zeugs trinken, das ist so super) bekamen wir wiederum die leckere Brot-und-Dip-Variation. Leider gibt es für vier Personen genauso viel (oder wenig) Brot und Dip wie für zwei Personen. War aber nicht so schlimm, denn erstens meckert man nicht über Geschenke  und außerdem hatten wir diesmal auch noch Vorspeisen bestellt. Kai musste unbedingt wieder die Falafel essen, weil er die so toll fand, also gibt’s jetzt Impressionen der anderen sieben Gerichte. (Irgendwie kam ich mir übrigens seltsam vor als wir all diese Speisen fotografierten…):

Vorspeisen

Nr. 1: „Engelswolken“ – Zitronenmozzarella mit Basilikum, warmer Mozzarella mit Zitrone und Olivenöl. 6,90 €

Tomate Mozzarella

Nr. 3: „Lecker von der Stange“ – Staudensellerie in Blü-Cheese-Buttermilchcreme mit Käse überbacken. 5,90 €

Fenchel

Nr. 4: „Aus dem Hut gezaubert“ – Gefüllte Champignons mit Kräutern, Zwiebeln und Käse überbacken. 5,90 €

Pilze

Nr. 9: „Chassuppe“ – Käsesuppe mit Kräutern und Knoblauch-Crostini. 4,90 €

Suppe

Hauptgerichte

Nr. 18: „Schnitzel & Co“ – Paniertes Tofu-Schnitzel mit Zwiebeln und Champignons, dazu Pommes und Salat. 11,50 €

Schnitzel

Nr. 23: „Hüttenzauber“ – Schupfnudelpfanne mit Pilz-Gemüse-Gulasch in Rotwein-Thymiansauce. 12,70 €

Schupfnudeln

Nr. 25: „Pfannenspaß“ – Gemüse-Linsen-Rösti mit Joghurtsauce mit Salatteller. 9,50 €

Rösti

Ich hatte „Aus dem Hut gezaubert“ und „Hüttenzauber“. Anscheinend steht „Zauber“ für Champignons. XD. Irgendwie war mir nach Pilzen und allesamt waren sie lecker. Die Vorspeise war cremig und würzig und äußerst delikat und diese Rotweinsauce, die es zum Hauptgericht gab, konnte mich ebenfalls überzeugen. Auch die Schupfnudeln waren toll und der Salat und alles. Ich habe auch bei allen anderen Essen probieren dürfen und da hat mich vor allem diese Blü-Cheese Sauce, in der der Sellerie schwamm überzeugt. Ich hätte es allerdings gut gefunden, wenn es zu den Vorspeisen noch etwas Brot gegeben hätte, mit dem man die ganze Sauce auch auftunken hätte können. Wir haben dann auch noch nach etwas Brot gefragt und bekamen auch prompt welches. Fazit: Insgesamt waren es jetzt zwei sehr nette Abende mit wirklich gutem Essen. Preislich finde ich das Essen okay, es ist jetzt nicht super günstig aber auch nicht überteuert. die Portionsgröße ist auch in Ordnung, man kann gut eine Vorspeise mit Hauptgericht essen, Nachtisch hätte jetzt aber nicht mehr reingepasst. Wir müssen wohl das nächste Mal auf eine Vorspeise verzichten, damit wir auch einmal in den Genuss einer Nachspeise kommen können.

Das Holtmanns könnte mein neues Lieblingsrestaurant werden. 🙂

Die Fotos habe ich von Gourmandise und Umschweife bekommen, die beide in ihren Blogs auch über unseren Besuch berichten.

Für dieses Gericht benötigt man ein Fischimitat. Ich habe die Fischsteaks von Vantastic Foods genommen.

Und ja, ich habe zu einem Fertigprodukt gegriffen! Rahmwirsing aus der Tiefkühltruhe! Und der war nichtmal vegan!

Zutaten (1-2 Personen)

1/2 Packung Fischsteaks
Pflanzenöl
100g Basmatireis
1/2 Packung Rahmwirsing
Salz

Oh Mann….das sind so wenig Zutaten, dass ich fast schon ein schlechtes Gewissen habe. Egal. Es muss auch mal was für Faule dabei sein.

Also. Reis nach Packungsanweisung zubereiten, ich nehme immer einen Reiskocher, ihr müsst ja selber wissen, wie ihr das macht.
Den Rahmwirsing in einen Topf schmeißen und erhitzen, die Steaks in etwas Öl anbraten.

Das ist jetzt aber echt ein mieses Rezept. Also nehmt bitte frischen Wirsing wenn ihr das macht. Dann kann man auch Soya Cuisine reinwerfen statt bösem Sahne-Käse-Möchtegern-irgendwas-Zeugs. Aber wenn man natürlich keine Zeit zum Kochen hat, ist das hier optimal. Und lecker isses auch!

Fischsteak 4

 

Für dieses Gericht benötigt man ein Fischimitat. Ich habe die Fischsteaks von Vantastic Foods genommen.

Zutaten (1-2 Personen):
1/2 Packung Fischsteaks
1 Zwiebel
Pflanzenöl
250g TK-Spinat, gehäckselt
1/2 Packung Soya Cuisine
Salz
Pfeffer

Das ist einfach. Kartoffeln in Salzwasser kochen, abgießen, fertig.
Zwiebel ganz kleinschneiden, in Pflanzenöl anbraten. In der Zwischenzeit TK-Spinat mit etwas Wasser im Topf erhitzen. Wenn er aufgetaut ist, Zwiebeln hinzugeben und mit Soya Cuisine, Salz und Pfeffer abschmecken.
Fischsteaks in Pflanzenöl anbraten.
Fertig! Lecker war’s. Und einfach und schnell. 🙂

Fischsteak 3

Wie der eifrige Leser meines Blogs weiß, kaufe ich ja gerne in Emsdetten im Obstgarten ein. Dort fand ich auch frischen Rosenkohl. Juhu! Den gab es bislang bei mir immer nur tiefgekühlt. Schnell hab ich welchen gekauft! Und ebenso frischen Spinat. Kartoffeln und Zwiebeln lagen auch in meinem Einkaufskorb und zuhause musste ich mir dann überlegen, was ich damit koche. Und plötzlich formierten sich in meinem Hirn ein paar Fragen: „Äh, wie macht man frischen Rosenkohl eigentlich? Was muss man abschneiden? Wie lange kocht man das?“ Panik breitete sich aus. Zum Glück gibt es das Internet, und im Internet findet man Gebrauchsanweisungen für alles! Nicht nur das, sogar Gebrauchsanweisungsvideos! Zum Beispiel bei den Küchengöttern! Dort wurde mir mit Hilfe eines gar professionellen Videos schnell erklärt, dass man die äußeren Blätter des Rosenkohls und ein Stückchen von dem Strunk abschneiden muss. Und dann muss man ein Kreuz in den Strunk schneiden. Und zwar nicht damit, wie ich erst dachte, der Teufel aus dem Rosenkohl ausgetrieben wird, nein, weit gefehlt! Das Kreuz dient dazu die Garzeit des Strunks der in den Blättern anzugleichen, die brauchen nämlich weniger lange sonst und dann sind die Blätter Matsche und der Strunk knurpselig! Das will doch keiner. Hier ist das Video übrigens…

Rosenkohl richtig putzen und verarbeiten.

Ja. Ich finde aber, der schmeißt zu viel weg da in dem Video. Vor allem, warum soll ich den Rosenkohl vorher waschen, wenn ich dann doch alles wegschneide was ich erst gerade mühevoll gewaschen habe? Versteh ich nicht. Ich habe also ERST alles abgeschnitten, was doof aussah (aber viel weniger als der in dem Video, ich schmeiß doch kein gutes Essen weg. Ich vermute sogar, ich hätte NOCH weniger abschneiden können) und DANACH hab ich es gewaschen. Dann habe ich mir überlegt, dass ich die Dinger einfach mal halbiere und dann nur noch so einen Schnitt in den Strunk mache. So hab ich das dann auch gemacht. Maaann ist das kompliziert mit dem Zeug, das dauert voll lange. Tiefkühl geht schneller. Hauptsache das schmeckt nachher auch besser!

Nachdem ich nun den Rosenkohl vorbereitet hatte, wusste ich, ich kann etwas daraus kochen. In meinem Kopf formierte sich schnell das Essen, was sich oben in der Überschrift findet. Dazu braucht man dann folgende Zutaten für 2 Personen:

1 Packung Veggie Knuspersticks
Rosenkohl (ich schätze ich hatte so 30 Stück)
Frischer Spinat (300 Gramm vielleicht?)
Kartoffeln (Pro Person vielleicht 5. Je nach Hunger)
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1/2 Packung Sojasahne
Salz
Pfeffer
Dill oder Petersilie oder Schnittlauch oder Estragon
Olivenöl

So geht’s:

Kartoffeln in Salzwasser kochen, zur Seite stellen. Ebenso den geputzen Rosenkohl.

Zwiebeln kleinschneiden, in Öl anbraten. Wenn sie glasig sind, kleingeschnittenen Knoblauch, Rosenkohl und grob gehackten Spinat hinzugeben. Kurz weiterbraten. Dann Sojasahne, Gewürze und Kräuter hinzugeben, kurz köcheln lassen.

Die Veggie Knuspersticks kurz in etwas Öl knusprig braten.

Hier ist das Ergebnis:

Veggie Knuspersticks4

Es war super lecker. Der Teller ist zu groß, fällt mir auf. Der ist übrigens von IKEA. Der Rosenkohl schmeckt aber jetzt nicht sehr anders als Tiefkühlrosenkohl. Ich hab mir trotzdem schon wieder frischen gekauft, so viel Arbeit war’s dann doch nicht. 🙂

Ich greife in diesem Rezept auf viele Fertigprodukte zurück. Man kann natürlich auch alles selbst herstellen, sehe ich aber gar nicht ein. 🙂 Ich persönlich achte immer darauf, dass kein Glutamat enthalten ist.

Zutaten (für 2 Personen):

1 Packung Rosmarin-Rouladen von Wheaty
1 Packung Knödel
Rotkohl (aus dem Glas)
1 Dose Erbsen und Möhrchen
1/2 Räuchertofu
2 Zwiebeln
1 Päckchen vegane Sauce (z.B. Jägersauce)
Olivenöl
Margarine
Salz
Zucker

Zubereitung:

Räuchertofu und Zwiebeln kleinscheiden und in etwas Olivenöl anbraten, bis die Zwiebeln glasig sind. Dann die Rosmarin-Rouladen hinzugeben und von beiden Seiten anbraten. Nun die Fertigsauce nach Packungsanweisung mit in der Pfanne zubereiten.

Währenddessten die Knödel nach Packungsanweisung zubereiten. Meistens müssen Knödel erst einmal 20 Minuten in kaltem Wasser einweichen und dann nochmal 15 Minuten kochen…also genug Zeit einplanen. Rotkohl in etwas Wasser in einem kleinen Topf kochen. Ich mag Rotkohl gerne, wenn er noch Biss hat, wer das nicht gut findet, muss den Kohl dementsprechen länger kochen. In einem anderen Topf Erbsen und Möhrchen erhitzen. Hier muss nach dem Erhitzen die Flüssigkeit abgegossen werden. Nun kann man etwas Margarine, Salz und Zucker hinzugeben und umrühren. Eigentlich ist jetzt alles fertig und muss nur noch nett auf einem Teller angerichtet werden. Lecker war’s!

Wheaty Roulade3

Im Bioladen in Osnabrück fanden wir im Kühlregal ein gar schmackhaft aussehendes Virginia Steak der Firma wheaty. Ich hatte kurz gedacht es handelt sich um echtes Fleisch, so realistisch sieht es meiner Meinung nach aus. Ich persönlich lege ja keinen Wert darauf ob mein Essen aussieht wie totes Tier…aber damit fällt man jedenfalls auf keiner Grillparty mehr auf. 🙂 Hier ist es:

Virginia SteakDas ist drin:Wasser, Weizeneiweiß* (26%), Kokosfett*, Haferfaser*, Hefeextrakt, Gewürze*, Zwiebeln*, Steinsalz, Weizenstärke*, Kartoffelstärke*, Essig*, Verdickungsmittel Xanthan. * = aus kontrolliert biologischem Anbau.

Juhu, vegan. Folgendes Rezept habe ich mir dazu ausgedacht: „Virginia Steak mit Kartoffeln und Wirsing“! Lecker, oder? Ihr braucht dies für 2 Personen:

2 Virginia Steaks (also eine Packung)
1/2 Wirsingkohl
10-15 Kartoffeln, je nach Größe und Hunger
2 große Zwiebeln
1 Packung Soja Cuisine
Soßenbinder für helle Sauce
4 Knoblauchzehen
Öl
Pfeffer, Salz
Kräuter nach Wahl (ich nahm Estragon, Dill und Oregano)

Zubereitung:
Kartoffeln in Salzwasser circa 20 Minuten kochen, abgießen. Währenddessen die Zwiebeln ganz kleinschneiden und in etwas Öl anbraten. Nach kurzer Zeit den kleingeschnittenen Wirsing hinzufügen. Das ganze ordentlich Braten. Kur vor Ende der Garzeit (die variiert je nachdem wie bissfest man den Kohl mag) kleingeschnittenen Knoblauch, Kräuter, Salz und Pfeffer hinzugeben. Dann die Soja Cuisine und Wasser hinzugeben und mit Soßenbinder andicken. Wieviel Wasser man hinzugibt muss jeder selbst wissen, je nachdem wie viel Soße man braucht. Abschmecken und bei Bedarf noch nachwürzen. Die Virgina Steaks müssen nur ganz kurz in Öl von beiden Seiten angebraten werden. Alles zusammen auf einem Teller anrichten, dann sieht es so aus:

Virginia Steak2

Und es war ein ganz tolles Essen. Das Steak ist der Wahnsinn. Es ist total toll gewürzt und die Konsistenz ist phantastisch. Man könnte Fleischesser damit hereinlegen. 🙂 Das wird auf jeden Fall wieder gekauft. Hier zeigt sich mal wieder, dass kein Mensch Fleisch braucht. Man kann auch ohne totes Tier leckeres „Fleisch“ haben. Die Wirsingbeilage war auch ganz toll und dank Soja Cuisine war das Essen komplett vegan. *freu*

Ein schöner, klassischer Nudelsalat, der sich gut als Mitbringsel zu Grillparties eignet.

Zutaten (für 4 oder mehr Personen als Beilage)

250g Nudeln
1 rote Paprika
1 Mohrrübe
2 vegetarische Heißwürstchen „Vegetaria“
so viel Mayonnaise wie man will

Zubereitung:

Die Nudeln in Salzwasser bissfest kochen und abtropfen lassen. Die Mohrrübe schälen und in Scheiben schneiden und ebenfalls kurz in Salzwasser kochen. Die Paprika in kleine Stückchen schneiden. Die vegetarischen Heißwürstchen ebenfalls in Scheiben schneiden. Alles vermischen und mit Mayonnaise vermischen. Man kann die Mayo natürlich selber machen….muss man aber nicht. Ich nehme die von Knorr, denn die ist wenigstens mit Eiern aus Freilandhaltung. Falls

jemand einen leckeren, veganen Mayo-Ersatz kennt möge er ihn mir mitteilen!