Category: arabisch


Edit: Holtmanns Vegetarisches Restaurant hat leider geschlossen. Laut Facebookseite sucht man nach einer neuen Location.

Heute möchte ich euch mal ein Restaurant im westfälischen Rheine empfehlen. Wer wie ich aus dem Münsterland oder aus dem Emsland kommt, weiß, dass es dort um rein vegetarische Restaurants schlecht bestellt ist. Die Menschen hier scheinen zu fleischlastigen mongolischen Büffets, griechischen Fleischplatten und klassisch deutscher Fleischküche zu tendieren. Zwar kann man bei jedem Chinesen oder Italiener auch teilweise vegane und vegetarische Gerichte bekommen, einen Inder sucht man außerhalb von Osnabrück und Münster allerdings vergebens und in Restaurants mit deutscher Küche ist es nicht einfach, vegetarisches oder gar veganes Essen zu bekommen. Gerade in Rheine, welches immerhin über 70.000 Einwohner hat, ist es nicht immer lustig, sich mit den Speisekarten, Bedienungen und Köchen alt eingesessener Restaurants rumzuärgern. Das krasseste diesbezügliche Erlebnis hatte ich wohl in einem schrecklichen, gutbürgerlichen in Gasthof Salzbergen/Holsten, wo ich trotz vorheriger Anmeldung kein vegetarisches Gericht bekam. Dies muss nun nicht mehr sein, denn in Holtmanns vegetarischem Restaurant wird auch ein Fleischesser glücklich.

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„Essen für die Seele“ – verheißungsvoll klingt es auf dem Schild. Für meinen Geschmack ein wenig schwülstig aber die Schriftart ist nett und wer weiß  – vielleicht erfreut das Essen im Holtmanns ja die Seele des einen oder anderen. Hauptsache es erfreut auch den Magen…

Die Karte ist zwar nicht sehr umfangreich, aber es gibt dort neun vegetarische und neun vegane Gerichte, das finde ich gut. Ich meine, in welchem Restaurant kann ich denn zwischen 18 Gerichten auswählen? Hier muss ich auch nicht jedes Gericht nach verstecktem Fleisch durchsuchen und es erwarten mich keine bösen Überraschungen, wie etwa, dass nachher unangekündigter Speck drin ist oder dass mich die Bedienung fragt, in welcher Religion man denn kein Huhn essen darf. Oder dass mir nach dem Essen mitgeteilt wird, dass NATÜRLICH Rinderbrühe im Essen war oder dass man ausgelacht oder gefragt wird, wie lange man denn noch zu leben gedenkt und woher man sein Protein bekommt… *seufz*

Das einzige Manko an der Speisekarte im Holtmanns ist jedenfalls, dass man nicht auf den ersten Blick erkennt, was jetzt vegan und was vegetarisch ist. Aber die Damen im Holtmanns sind äußerst freundlich und aufmerksam (und dabei nicht aufdringlich), sicher helfen sie dem ratlosen Gast gerne weiter!

Kai und ich waren bereits kurz nach der Eröffnung ins Holtmanns geeilt, da wir kaum glauben konnten, dass es wirklich in unserere näheren Umgebung ein vegetarisches Restaurant gibt. Wir wurden nicht enttäuscht. Nachdem wir bestellt hatten bekamen wir erst einmal etwas Brot und knusprige Brotstangen mit zwei verschiedenen Dips: Avocado- und Käsecreme. Das fanden wir schonmal total aufmerksam und es war auch sehr lecker.

Brot mit Dip

Sehr schnell bekamen wir auch Getränke. Mein Gespons hatte einen Wein bestellt und ich einen seltsamen Softdrink namens Club Mate, ein lecker schmeckendes Getränk auf der Basis von Mate Tee. Dann kam das Essen. Kai hatte Gericht Nr. 24 bestellt, „Körnerpicker“. Hinter diesem erstmal birkenstockig-hippieartig anmutendem Begriff versteckten sich Falafel mit Blattspinat und Sesam, Reis und Minz-Joghurt, eingewickelt in einer Art Tortilla. So sieht es aus:

Falafel

Das ist offensichtlich eine sehr ungewöhnliche Art, Falafel zu servieren, und es schmeckte dann auch sehr anders als man es von Falafel erwarten würde. Anders heißt aber nicht schlechter, es war total lecker, Kai fand sogar, dass das die besten Falafel seien, die er je gegessen hatte. Gekostet haben die Falafel 10,90 €.

Mir war an dem Abend nach etwas Asiatischem, deswegen hatte ich die Nummer 26, „Asia Style“, bestellt. Folgendes ist drin: Paprika, Tomate, Zuckerschoten Zwiebeln, Zuccini, Möhren, Erdnüsse in Kokosmilch mit Reis und kleinen Frühlingsröllchen. Hörte sich verheißungsvoll an und so sah es aus:

Asia Style

Es war so lecker wie es aussah. Wirklich sehr, SEHR lecker. Asia Style kostet 11,20 €.

Wir waren begeistert, und beschlossen, bald wiederzukommen. Da das Holtmanns leider sehr eingeschränkte Öffnungszeiten hat (Mittwoch – Sonntag: ab 18:00 Uhr) kam diese Gelegenheit erst in der letzten Woche, als wir mit unseren Freunden Andrea von Gourmandise und Dirk von Umschweife dort essen gingen. Da uns das Essen beim letzten Mal so gut geschmeckt hatte, reservierten wir in weiser Voraussicht einen Tisch. Und das war auch gut so, denn kurz nach unserem Eintreffen waren auf einmal alle Tische besetzt. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass man im Holtmanns leckeres Essen kriegt.

Nach der Bestellung der Getränke (ich musste wieder dieses Mate-Zeugs trinken, das ist so super) bekamen wir wiederum die leckere Brot-und-Dip-Variation. Leider gibt es für vier Personen genauso viel (oder wenig) Brot und Dip wie für zwei Personen. War aber nicht so schlimm, denn erstens meckert man nicht über Geschenke  und außerdem hatten wir diesmal auch noch Vorspeisen bestellt. Kai musste unbedingt wieder die Falafel essen, weil er die so toll fand, also gibt’s jetzt Impressionen der anderen sieben Gerichte. (Irgendwie kam ich mir übrigens seltsam vor als wir all diese Speisen fotografierten…):

Vorspeisen

Nr. 1: „Engelswolken“ – Zitronenmozzarella mit Basilikum, warmer Mozzarella mit Zitrone und Olivenöl. 6,90 €

Tomate Mozzarella

Nr. 3: „Lecker von der Stange“ – Staudensellerie in Blü-Cheese-Buttermilchcreme mit Käse überbacken. 5,90 €

Fenchel

Nr. 4: „Aus dem Hut gezaubert“ – Gefüllte Champignons mit Kräutern, Zwiebeln und Käse überbacken. 5,90 €

Pilze

Nr. 9: „Chassuppe“ – Käsesuppe mit Kräutern und Knoblauch-Crostini. 4,90 €

Suppe

Hauptgerichte

Nr. 18: „Schnitzel & Co“ – Paniertes Tofu-Schnitzel mit Zwiebeln und Champignons, dazu Pommes und Salat. 11,50 €

Schnitzel

Nr. 23: „Hüttenzauber“ – Schupfnudelpfanne mit Pilz-Gemüse-Gulasch in Rotwein-Thymiansauce. 12,70 €

Schupfnudeln

Nr. 25: „Pfannenspaß“ – Gemüse-Linsen-Rösti mit Joghurtsauce mit Salatteller. 9,50 €

Rösti

Ich hatte „Aus dem Hut gezaubert“ und „Hüttenzauber“. Anscheinend steht „Zauber“ für Champignons. XD. Irgendwie war mir nach Pilzen und allesamt waren sie lecker. Die Vorspeise war cremig und würzig und äußerst delikat und diese Rotweinsauce, die es zum Hauptgericht gab, konnte mich ebenfalls überzeugen. Auch die Schupfnudeln waren toll und der Salat und alles. Ich habe auch bei allen anderen Essen probieren dürfen und da hat mich vor allem diese Blü-Cheese Sauce, in der der Sellerie schwamm überzeugt. Ich hätte es allerdings gut gefunden, wenn es zu den Vorspeisen noch etwas Brot gegeben hätte, mit dem man die ganze Sauce auch auftunken hätte können. Wir haben dann auch noch nach etwas Brot gefragt und bekamen auch prompt welches. Fazit: Insgesamt waren es jetzt zwei sehr nette Abende mit wirklich gutem Essen. Preislich finde ich das Essen okay, es ist jetzt nicht super günstig aber auch nicht überteuert. die Portionsgröße ist auch in Ordnung, man kann gut eine Vorspeise mit Hauptgericht essen, Nachtisch hätte jetzt aber nicht mehr reingepasst. Wir müssen wohl das nächste Mal auf eine Vorspeise verzichten, damit wir auch einmal in den Genuss einer Nachspeise kommen können.

Das Holtmanns könnte mein neues Lieblingsrestaurant werden. 🙂

Die Fotos habe ich von Gourmandise und Umschweife bekommen, die beide in ihren Blogs auch über unseren Besuch berichten.

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Falafel-Gemüsetasche

Um diese sehr leckere Falafel-Gemüsetasche herzustellen braucht man erst einmal Falafel. Da mir die Zubereitung von Falafel viel zu nervig ist greife ich gern auf ein Fertigprodukt, z.B. von Rinatura zurück.

Zutaten (für 4 Personen)

4 Brottaschen zum Füllen
1 Packung Falafel-Mix
1 gelbe Paprika
1 halbe Zucchini
1 halbe Aubergine
2 Zwiebeln
2 Tomaten
1 halbe Schlangengurke
etwas Kohl (Weißkohl oder Wirsing)
Tsatsiki
Currypulver
Kreuzkümmel
Paprikagewürz
Tabasco oder Chiligewürz
Salz
Olivenöl
etwas frischer Koriander
etwas Dill

Hinweis: Tsatsiki kann man übrigens ganz leicht selber herstellt indem man veganen Joghurt mit Knoblauch und Gurkenstückchen und etwas Salz und Pfeffer mischt.

Zubereitung:

Den Falafelmix nach Anleitung zubereiten, jedoch keine Bällchen formen sondern anbraten wie Hackfleisch.
Paprika, Zucchini, Zwiebeln, Aubergine und Kohl in kleine Stücke schneiden und in etwas Öl (bzw. ruhig etwas mehr Öl wegen der Aubergine) anbraten. Beim Kohl darauf achten dass man nicht die fetten Strünke (heißt das Strünke im Plural?) mitverwendet, die dauern so lange bis sie weich werden. Wenn das Gemüse bissfest ist das Falafel hinzugeben und mit den Gewürzen und Kräutern abschmecken. Scharf ist schön!

Nun mit den kleingeschnittenen Tomaten und Gurken mischen. Das Brot toasten und Tsatsiki sowie die Gemüse-Falafelmischung hineinfüllen.

Bon Appetit!

Wenn man Hunger auf Falafel hat, hat man ein Problem. Denn jetzt muss man erst mal getrocknete Kichererbsen einweichen – über Nacht! Ja toll, ich will aber JETZT Falafel essen und nicht erst morgen früh. Außerdem muss man dann auch noch Mehl aus den eingeweichten Erbsen herstellen und Kräuter und Gewürze hineintung. Blöd. Das dauert lange und ich plane mein Essen normalerweise nicht schon Tage vorher. Deswegen freue ich mich, dass es diverse Fertigmischungen gibt, die Abhilfe schaffen! Ich habe jetzt schon einige ausprobiert und finde, dass man die gut nehmen kann. Oft sind die Produkte auch Bio und vegan, man kann aber auch welche in orientalischen Lebensmittelläden bekommen, die erfüllen zumindest meist nicht den Bio-Anspruch, vegan sind die aber eigentlich auch.  Hier mal zwei Beispiele der Firmen Rinatura und Natura:

Falafel 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zutaten sind für das Rinatura-Produkt:
Kichererbsenmehl (30 %), Grünkernschrot, Grünkernmehl, Zwiebeln, Zwiebelpulver, Speisesalz, Korianderpulver, Kreuzkümmel, Currypulver, Petersilie, Chilipulver – alles aus kontrolliert ökologischem Anbau.

und für das Natura-Produkt:
Kichererbsenmehl* (30%), Grünkernschrot*, Grünkernvollmehl*, Zwiebeln*, Salz, Gewürze* (Koriander*, Kreuzkümmel*, Curry*, Chili*), Petersilie*. *aus kontrolliert biologischem Anbau

Tut sich also nicht viel.

Die Zubereitung ist denkbar einfach:

Den Beutelinhalt in die auf der Packung angegebene Menge heißes Wasser einrühren und 10 Minuten quellen lassen. Teig gut durchneten und mit angefeuchteten Händen kleine Bällchen Formen. Diese in heißem Olivenöl frittieren. Das sieht dann so aus:

Falafel 2

 

Man kann aber auch auf die Bällchenform verzichten und es einfach so in die Pfanne werfen. So entsteht ein hackfleischartiges Produkt welches zB zum Füllen von Broten verwendet werden kann. So in etwa:

Falafel

Wenn man diese Krümel dann nimmt und mitsamt Gemüse, Salat und Tsatsiki oder Tahini Sauce in eine Brottasche stopft, erhält man folgendes:

Falafeltasche

Diese Fertigprodukte sind wirklich lecker. Wahrscheinlich nicht genauso lecker wie selbst hergestellte über Nacht eingeweichte Falafel, aber wenn man keine Zeit oder keine Lust hat eine Nacht auf sein Essen zu warten, kann man diese Fertigmixe gut nehmen!