Letzte Woche habe ich meine Schwester in Köln besucht. Eines Morgens begab es sich, dass ich ganz alleine frühstücken musste, denn Schwesterlein musste arbeiten, wie blöd. Und jetzt war es noch ganz früh am Morgen, acht Uhr! Also bei uns zuhause ist das ja unmöglich, vor halb zehn kriegt man hier nirgends ein ordentliches Frühstück – aber in Köln ist natürlich ganz anders. Und weil ich mich gar nicht auskannte, gerne was besonderes ausprobieren wollte und ich im Besitz einer Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel war, frage ich Google doch erst einmal, wo ich hingehen sollte. Sehr schnell stand fest: Café Hommage sollte es sein. Die Internetrezensionen waren allesamt gut: Vegetarische Auswahl, lecker, klein, gemütlich und originell. Da musste ich hin. Und obwohl ich ein Landei bin, klappte das mit den U-Bahnen super und in wenigen Minuten war ich aus der Wohnung meiner Schwester entschwunden und am Friesenplatz angelangt. In unmittelbarer Nähe hierzu sollte sich das Café Hommage befinden, nämlich an der Friesenstraße 73. Sehr schnell hatte ich das Café auch gefunden. Die Schaufensterscheibe war erschreckend klein, ich hätte es fast übersehen. Das erklärt wahrscheinlich, warum weder ich noch meine Schwester schon mal vorher da waren, obwohl wir beide in der Straße schon öfter unterwegs waren. Aber das Café Hommage ist so klein, dass man es einfach übersieht! Jedenfalls hatte ich es jetzt ja gefunden und alles sah sehr sympathisch aus. Mir gefiel vor allem, dass der Name des Cafés handschriftlich auf die Scheibe gemalt war, das wirkte irgendwie so unprofessionell-gemütlich. In der Gasse links daneben befanden sich Tisch und Stühle, ich vermute, dass man bei schönem Wetter auch hier essen kann. Man beachte auch die davor stehenden Hocker mit Jutesäcken als Bezug. Da saß übrigens jemand drauf und trank Kaffee. Gute Idee!

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Ich betrat also das Café und befand mich in der kleinsten Lokalität ever. Es gibt einen kleinen Vorraum, in dem sich die Theke befindet, an der man seine Bestellung aufgibt. Schnell hatte ich mich für ein Ziegenkäse-Walnuss-Honig-Brot, sowie ein Müsli mit Obst und Tee entschieden. So richtige gecheckt, was es alles gibt, habe ich allerdings nicht. Die Speisen stehen auf Tafeln an der Theke, ich glaube Speisekarten zum in die Hand nehmen gibt es nicht. Auf jeden Fall kann man auch Crêpes bekommen und Kuchen.Und Saft.

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Die Decke im Vorraum ist mit einem religiösen Bild verziert, wir in einer kleinen Kapelle oder so. Voll schon, auch wenn man (wie ich) gar nicht religiös ist.

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Ich begab mich dann in den hinteren Teil des Cafés, einfach ein kleiner, schmaler Gang. Dort befanden sich Tisch mit Bänken und Hockern.  Alle Möbel schienen bunt zusammengewürfelt, bei näherem hinsehen entpuppten sich die Tische als alte Nähmaschinentische, auf Bänken befanden sich leere Jutesäcke als Sitzunterlage, alles war aus Holz, rustikal, gemütlich, einladend. Ich entschied mich für den Tisch am Ende des Ganges und machte dieses Bild.

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Wie ihr seht, mit größeren Gruppen könnte es kompliziert werden. Aber um diese frühe Stunde war ich der einzige Gast und hatte meine Ruhe. Schnell brachte die nette Bedienung mir mein Essen. Davon habe ich kein Bild gemacht, irgendwie sah das auf dem Bild nicht so super aus wie in echt, das wäre dem Essen nicht gerecht geworden. Aber geht doch mal auf die Facebookseite des Cafés, da gibt es ganz viele tolle Essensbilder. Qualitativ war das Frühstück eine glatte eins. Das Vollkornbrot mit dem Ziegenkäse hatte ich auch genauso gut erwartet, sowas schmeckt ja eigentlich immer. Sehr, sehr lecker. Das Müsli hat mich allerdings total umgehauen. Ich bin gar nicht so ein Müslifan, aber bei diesem handelte es sich – glaube ich – um sogenannte Overnight Oats. da werden die Haferflocken über Nacht schon in Milch oder Joghurt kaltgestellt. Das war sowas von total lecker, ich konnte es kaum glauben. Der Tee war auch top – und wenn ich gewollt hätte, hätte ich mich auch noch an einer Wasserkaraffe bedienen können.

Teuer war es dann auch gar nicht. Alles zusammen lag irgendwie bei neun Euro oder so, da kann man echt nicht meckern. Das nächste Mal, wenn ich in Köln bin, komme ich auf jeden Fall wieder. Im Internet hatte ich gelesen, dass auch veganes Essen angeboten wird, das muss ich nochmal rausfinden, ob das stimmt. Ich finde auch irgendwie online keine Speisekarte. Das ist aber auch schon das einzige Manko an diesem schönen Café. Da kann man gut hingehen!

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