Archive for Februar, 2016


Vor einiger Zeit sorgten die Website LaTableSuisse und die dazugehörige Facebookseite für Aufsehen. Beide Seiten waren sehr professionell gemacht und stellten glaubhaft den Internetauftritt eines Züricher Restaurants dar, in dem nach traditioneller Art Katzenfleisch serviert werde.

Latablesuisse

Ein wirklich gut gemachtes Video zeigte einen sympathischen Hipster-Koch, der sich sehr naturverbunden gab und erklärte, dass in der Schweiz seit je her Katzen gegessen würden, und dass dieses auch heute noch legal sei, wenn einem die Katze gehöre. Darum unterschrieben die Gäste vor dem Essen einen Adoptionsvertrag, so dass ihnen das Tier legal gehöre. Hier ist der Hipster-Koch beim kochen. Oder Gras schneiden.

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Es klang unglaublich, aber so etwas Professionelles sorgte für einen Aufschrei. Auch ich muss zugeben, dass ich zwar leicht an der Echtheit zweifelte, aber dass ich dennoch erst einmal schlucken musste, als ich das Video mit den Katzen in den Käfigen sah und dann diese tote Katze. Wir haben selbst zwei Katzen und, wie den meisten Europäern, stehen mir Katzen und Hunde unter den Tieren am nächsten. Mir war zwar auch klar, dass es im Prinzip egal ist, welche Tiere gegessen werden, denn Kühe und Schweine sind ebenso intelligent und empfinden den gleichen Schmerz. Aber dennoch – Katzenfleisch, das ist schon krass für mich empfindsamen Katzenfan.

Laut der Facebookseite war das Unternehmen mehrfach Opfer von Vandalismus. Man kann dort unter anderem lesen:

„Hunde und Katzen zuzubereiten, ist wohl überlegt. Es ist Teil unserer Kultur. Ich respektiere Vegetarier und alle, die dazu eine kritische Meinung haben. Aber es ist feige und gemein, diese Meinung durch Vandalismus auszudrücken, wie bereits mehrfach geschehen. Daher haben wir letzte Woche unsere echte Adresse und Telefonnummer entfernt.
Wer bei uns Gast sein möchte, kann über unsere Website eine Reservierung vornehmen. Ist diese bestätigt, teilen wir euch unsere Adresse mit. Entschuldigt bitte die Unannehmlichkeiten.“

und:

„Liebe Kritiker und Freunde unseres Restaurants,
wir müssen zugeben, dass wir mit der aktuellen Situation ziemlich überfordert sind.
Uns war zwar bewusst, dass unsere Art zu kochen provokativ ist, aber dass die Drohungen und Beleidigungen ein solches Ausmaß erreichen würden, hätten wir nicht gedacht. Für uns ist es teilweise auch unverständlich, denn im Prinzip sind wir wie jedes andere Restaurant, das Fleisch serviert. Nur achten wir etwas mehr als andere auf die Herkunft unserer Waren.
Wir bitten um Verständnis, dass wir wegen der vielen Anfragen, die uns in den letzten Tagen erreicht haben, momentan keine Reservierungen annehmen, um uns und unsere Gäste nicht in Gefahr zu bringen. Es ist uns momentan kaum möglich zwischen ernst gemeinten Reservierungen und vorgetäuschten Reservierungen zu unterscheiden. Die bisher bestehenden Reservierungen für die kommenden drei Wochen bleiben aber selbstverständlich bestehen. Wir freuen uns auf unsere Gäste.“

Die Bewertungen bei Facebook gingen schnell in den Keller, die Facebook-Gemeinde war entrüstet! Jetzt stellt sich heraus, dass es sich um einen Werbegag handelte: Der Vegetarierbund Deutschland​ und Beyond Carnism​ stecken dahinter. Der Sinn: Warum essen wir Schweine und Kühe und regen uns über das Schlachten von Katzen und Hunden auf? Wo ist die Grenze?
Hier könnt ihr das Video noch einmal ansehen: Klick! Was haltet ihr von der Aktion?

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Bei meinem letzen Einkauf im Biomarkt habe ich diese vegane Mozarella-Variante gefunden, es gab dort die Sorten „natur“ und „Basilikum“. Auch wenn mich der Preis erst einmal sehr erschreckt hat (4,99 € für 200g), habe ich mich dafür entschieden, mal eine Sorte auszuprobieren. Denn dieser Mozarella wird nicht aus garstigen, undefinierbaren Zutaten hergestellt, sondern aus Cashews. Das ist ja erstmal nicht eklig. Die Konsistenz kann dann doch schon mal gar nicht so fies sein, dachte ich mir, wie bei all den anderen Käseexperimenten, die ich schon hinter mir habe! (Der Interessierte kann hier nachlesen: Käsealternativen-Produkttests). Also habe ich in den sauren Apfel gebissen, fünf Euro investiert und die Basilikumvariante gekauft. Dies ist sie:

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Die Packung sieht erstmal sehr gut aus, finde ich, appetitanregend in schönem Grün! Bei näherem Hinsehen fiel mir ein schweizer Fähnchen auf…war da nicht mal was mit einem seltsamen Produkt aus der Schweiz, das ich getestet hatte? In der Tat! Es ist diese Firma Soyana, von der ich schon die sehr lecker klingende „Fermentierte BioSoya Alternative zu Sauerrahm“ getestet hatte! Naja, das war ja nicht so überzeugend gewesen. Aber man lernt ja dazu, auch so als Firma, und dieser Mozarella sah echt gut aus. Wenn man die Pappe abmacht, hat man dies hier:

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Auch noch okay. Erinnert ein bisschen an so ne klassische Leberwurstverpackung, nur in schönem Grün! Wenn man es aufschneidet, kriegt man dies hier:

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Das Aussehen des „Mozarella“ entspricht eher dem von Kräuterbutter, auch die Konsistenz ist natürlich eine andere als die von normalem Mozarella. Man kann das auch streichen, wenn man will, aber auch gut schneiden. Erste Geschmacksprobe: Mmh, naja. Also nicht eklig, das ist schonmal gut. Die Konsistenz ist gut, der Geschmack ist für mich aber eher nichtssagend. Schmeckt weder nach Mozarella, noch, wie ich vorher etwas gehofft hatte, nach Cashews. Auch jetzt nicht so doll nach Basilikum. Aber vielleicht entfaltet der Mozarella ja seine volle Wirkung erst, wenn man ihn gemeinsam mit Tomaten verspeist. Früher habe ich immer Mozarella mit Tomaten auf Brötchen gegessen. Darum hab ich das jetzt erstmal genauso mit diesem Mozarella gemacht. Sah dann so aus:

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Man, ich krieg schon wieder Hunger. Tomate-Mozarella ist voll lecker. Leider muss ich sagen, dass dieser spezielle Mozarella geschmacklich eher unterging und mich sogar etwas störte, da hätte ich lieber die Tomaten pur gegessen. Aber das ist vielleicht auch mein persönlicher Geschmack. Fünf Euro ist mir das jedenfalls nicht wert.

Ich wollte nochmal auf der Website von Soyana nach den Zutaten googlen, damit ich die nicht abtippen muss, aber leider findet man die da nicht. Die Website ist immer noch total wirr und verrückt. Die brauchen echt mal einen ordentlichen Webauftritt….hier ist jedenfalls die Seite zu Veganella: Klick! Aha! Es gibt anscheinend sogar noch eine geräucherte Variante. Statt der Inhaltsstoffe bekommt man hier noch viele weitere Informationen: Zitate und Empfehlungen von Menschen, die Veganella ganz toll finden, Hinweise zu Bio Cashewkernen, Nährwerte zu Bio Cashewkernen, wissenschaftliche Hintergründe zu Bio Cashewkernen (hä?), Rezepte mit Veganella (yay!)… unendliche Vielfalt.

Hier sind dann doch noch die Inhaltsstoffe von Veganella, man kann sie bei alles-vegetarisch nachlesen: Wasser, Cashewkerne* 19,7%, Kokosöl*, Basilikumblätter 5,1%, Zitronensaft*, Flohsamenschalen*, Meersalz, Agar Agar*, Apfeldicksaft*, Johannisbrotkernmehl*, Knoblauch*(* = Zutaten aus ökol. Landbau)

Fazit: Probiert es aus, es ist jedenfalls der unekligste vegane Käse, der mir bislang untergekommen ist! Kai mochte es ganz gern, weiß aber nicht, ob er es für den Preis nochmal kaufen würde.