Archive for Dezember, 2014


Lange hatte ich schon nach diesem Braten gelechzt, aber bislang ist nie etwas daraus geworden, denn erstens: Was soll ich mit 750 g anfangen? und zweitens: Er ist teuer! Wenn der Braten nicht gerade irgendwo im Angebot ist kostet er über 15 Euro. Da hab ich mich immer irgendwie nicht rangetraut. Aber jetzt sollte ich ein Menü zu Weihnachten kochen, da eignet sich der doch hervorragend. Ist ja immerhin ein VESTTAGSbraten. Also hab ich den Braten bestellt. Hier isser!

Braten1

Sieht doch ganz gut aus eigentlich! Das ist drin:

Seitan (Wasser, Weizeneiweiß) 85%, Haferfaser, Zwiebeln, Salz, Hefeextrakt, Sojasauce (Wasser, Sojabohnen, Meersalz), ölsäurereiches (High-Oleic) Sonnenblumenöl, Flohsamenpulver, Gewürze, Verdickungsmittel Guarkernmehl

Oh, Seitan. Dann kann ich ja wieder meinen alten Witz mit „Satan“ machen. Ich habe also einen Satansbraten gekauft! (Okay, Schluss mit den Kalauern…)

Also. Ich wusste nicht so recht, was ich jetzt genau mit dem Braten machen soll, bei klassischer deutscher Küche bin ich immer schnell überfordert. Also schnell Mama angerufen, die hat mir vorgeschlagen das Ding in einen Bratschlauch zu packen, zusammen mit Rotwein und Brühe und Gewürzen und das in den Ofen zu tun. Toll, hab ich gesagt, wo soll ich denn jetzt einen Bratschlauch hernehmen? Ich habe mir da irgend so ein traditionelles Kochgerät drunter vorgestellt. Aber weit gefehlt! Prompt wusste Mama die Lösung: Es gibt da so Folien, da kann man Stücke abschneiden und die kommen dann mit in den Ofen. Folien? Die man in den Ofen tun kann? Laut meiner Mutter ist diese Erfindung schon 30 Jahre alt. Wieso kenne ich das nicht? Ich habe diese Folie also auspropiert.

Braten2

Das ist der Braten in einer Marinade aus Brühe, Rotwein, Salz, Pfeffer, Paprikagewürz und Lorbeerblättern. Da hab ich ihn erstmal ein paar Stunden dringelassen. Kann ja nicht schaden! Dann habe ich ihn in den Ofen gepackt und bei 200 Grad 20 Minuten dringelassen. So sah er dann aus:

Braten4

Dazu hatte ich mir folgende Beilagen überlegt:

Apfelrotkohl
Erbsen und Möhren
Rosenkohl
Kartoffeln
Pilzsauce

Getacht, getan. Da sind die Beilagen:

Braten3

Man braucht ganz schön viele Töpfe….Und da dass alles total lecker war (soviel kann ich schonmal verraten), hier die Vorgehensweise. Das ganze ist etwa für 4 bis 5 Personen gedacht.

Kartoffeln:
Zutaten:
Kartoffeln (So viele ihr braucht)
Salz
Kartoffeln schälen und in Salzwasser kochen. Fertig. Das war einfach.

Apfelrotkohl:
Zutaten:
1 Glas Apfelrotkohl

Man gehe in ein Geschäft und kaufe dort ein Glas fertigen Apfelrotkohl. Hier muss man aufpassen, dass kein Gänsefett drin ist! Manchmal schmeißen die da sowas rein! Den Rotkohl muss man nur in einen Topf tun und erwärmen. Man kann etwas Wasser hinzugeben, damit man es besser umrühren kann, das kippt man dann hinterher wieder ab. Natürlich könnte man auch einen frischen Rotkohl kaufen und hacken und mit Apfelstückchen vermischen und sich noch 2 Stunden mehr Arbeit machen. Hatte ich aber keine Lust zu.

Erbsen und Möhren:
Zutaten:
1 Dose Erbsen und Möhren
Salz
Agavendicksaft
1 TL Pflanzenmargarine

Wir sagen hier ja Erbsen und Wurzeln. Aber auf den Dosen, die man kaufen muss, steht das nicht. Da steht Erbsen und Möhren. So eine kauft man. Ja, auch hier ein Fertigprodukt, meine Lebenszeit ist begrenzt. Die Erbsen und Wurzeln kippt man einfach in einen Topf, erhitzt sie, gießst das Wasser ab und fügt dann etwas Pflanzenmargarine, eine Prise Salz und einen TL Agavendicksaft hinzu. Umrühren, fertig.

Rosenkohl:
Zutaten:
1 kleines Paket TK-Rosenkohl
1 Packung Sojasahne
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Bund Petersilie
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Auch hier kein frischer Rosenkohl. Könnt ihr natürlich machen. Hatte ich aber keinen Nerv zu! Den TK-Rosenkohl in einen Topf mit leicht gesalzenem Wasser geben und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Wasser abgießen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Kleingeschnittene Zwiebeln hinzufügen und kurz anbraten. Rosenkohl und zerdrückten Knoblauch dazu geben. Immer mal umrühren. Dann mit Salz und Pfeffer würzen. Die Sojasahne einrühren und kurz einkochen lassen. Dann die gehackte Petersilie unterrühren

Pilzsauce
Zutaten:
500 g Champignons
2 rote Paprika
2 Möhren
2 Zwiebeln
vegane braune Instantsauce
Rotwein! (Eine Tasse sollte reichen. Hicks)
1 Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer
Paprikagewürz
Agavendicksaft
Olivenöl

Diese Sauce hab ich erfunden. Sie ist super und ich bin stolz darauf! Sie geht so:
Die Paprika entkernen und die Möhren, Zwiebeln und die Knoblauchzehe schälen. Dann müssen die in GANZ kleine Stücke gehackt werden. Ich habe dazu so ein kleines Häckselgerät, das müssen wirklich ganz kleine Stückchen sein. Diese Mini-Stückchen brät man dann in Olivenöl an. Wahrscheinlich ist die Pfanne dann voll, dann muss man für die Pilze eine andere nehmen. Die Pilze werden geviertelt und ebenfalls in Olivenöl angebraten. Wenn man eine riesige Pfanne hat, kann man bestimmt auch alles in eine tun, aber Pilze müssen schon direkt Bodenkontakt (und Ölkontakt) haben, damit sie gut werden. Wenn die Pilze etwas geschrumpft und gebräunt sind wirft man sie dann zu dem restlichen Gemüse. Jetzt kann man es mit Salz, Pfeffer und Paprikagewürz würzen und ordentlich Rotwein dazugeben. Zum Binden kann man dann eine vegane Instantsauce nach Packungsanweisung dazu tun. Dann noch etwas Agavendicksaft rein und fertig ist die Sauce! Genial. Schmeckt zu allem!

Fertig angerichtet auf dem Teller sieht es dann so aus:

Braten5

Toll oder?

Und wie hat jetzt der Braten geschmeckt? Sehr, sehr gut. Saftig und zart, schöne Konsistenz, geschmacklich kann ich das nicht so genau definieren. Sehr intensiv, das kann natürlich auch an meiner Marinade gelegen haben. Ich würde den Braten jedenfalls wieder kaufen. Auch wenn mich der Preis immer noch etwas stört, aber gut, sowas isst man ja auch nicht jeden Tag. Es ist auch noch ne Menge übergeblieben, wir konnten am nächsten Tag nochmal davon essen. Jedenfalls gibt’s ne absolute Kaufempfehlung!

Es gab übrigens noch einen Nachtisch. Den könnt ihr euch hier ansehen!

Mousse au Chocolat

Vor einiger Zeit habe ich im Internet ein interessantes Rezept für vegane Mousse au Chocolat gelesen – auf Avocadobasis. Hab ich dann direkt gemacht, es geht einfach und schnell! Hier hab ich das Rezept gefunden.

Das muss rein:

Zutaten für 4 Personen

3-4 vollreife (Hass-) Avocados
40 g stark entöltes Kakaopulver
3-4 EL Agavendicksaft
200 ml Hafersahne
Mark einer Vanilleschoten

Das muss man alles zusammenmatschen. Mit einem Mixer am besten.

Das war das Ergebnis:

Avocadomousse

Ja ich weiß, das sieht blöd aus. Das ist aus der Schüssel so rausfotografiert. Aber ich mein, so sieht Schokoladenpudding nun mal aus wenn man ihn nicht dekoriert und so. Auf der Seite, auf der ich das Rezept gefunden habe, ist ein viel schöneres Bild. 😀

Hat sogar geschmeckt, das Zeugs. Die Konsistenz war toll, richtig wie Pudding, allerdings nicht so fest wie normale Mousse au Chocolat. Allerdings war ich damals ein bisschen enttäuscht, da mir der Avocadogeschmack noch zu dominant war. Ich hab dann heute nochmal rumexperimentiert und hab ein bisschen was geändert, vor allem die Menge.

1 Hass Avocado
15 g Kakaopulver
1 EL Agavensirup
1 Röhrchen Vanillearoma
50 ml Sojasahne

Ich habe die Zutaten aus mehreren Gründen geändert. Soja- statt Hafersahne deshalb, weil mir die einfach besser schmeckt. Den Kakaopulveranteil habe ich erhöht, weil ich es gerne kakaoig mag. Die Vanilleschote habe ich gegen Vanillearoma eingetauscht, weil ich persönlich da nicht so den Unterschied schmecke, und das Aroma ist wesentlich günstiger. Und man bekommt es überall. Man sollte allerdings schon eine Hass Avocado nehmen, ich hab übrigens keine Ahnung, warum die so heißt! Sie ist nämlich gar nicht hassenwert, im Gegenteil. Andere Avocados sind manchmal faserig, diese nicht. Man kann sie gut matschen. Hier ist das Ergebnis von heute:

Avocadomousse2

Ja, auch nicht toll, das Bild. Irgendwie bin ich nicht son toller Fotograf. Mist.

Aber zum Geschmack: Es war lecker, der Avocadogeschmack kommt mir aber immer noch zu stark raus. Ich frage mich, ob ich das auch geschmeckt hätte, wenn ich nicht gewusst hätte, dass da Avocado drin ist.  Ich experimentiere weiter. Vielleicht doch nochmal mit Sojaschlagsahne mischen? Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser meines Blogs schon Erfahrungen damit gemacht und kann Tipps geben!