Archive for November, 2014


Wilmersburger Scheibenkäse

Einen ziemlichen Wirbel auf dem Markt veganer Käsesorten hat ja die Firma Wilmersburger verursacht. In sämtlichen Internetforen wird der Scheibenkäse von Wilmersburger hochgelobt. Es gibt mittlerweile acht verschiedene Sorten, zusätztlich kann man ihn auch am Stück oder als Pizzaschmelz erwerben. Ich habe mal zwei Varianten des Scheibenkäse getestet, nämlich „Kräuter“ und „Tomate-Basilikum“

Wilmersburger1Woraus besteht eigentlich dieser „Käse“?

Kräuter: Wasser, Kokosöl (23 %), modifizierte Stärke, Stärke, Meersalz, Thymian, Oregano, vegane Aromen, Säureregulator: Citronensäure, Konservierungsstoff: Sorbinsäure, Farbstoff: Beta-Carotin

Tomate-Basilikum: Wasser, Kokosöl (21 %), modifizierte Stärke, Tomatensaft (9 %), Stärke, Meersalz, Basilikum, vegane Aromen, Säureregulator: Citronensäure, Konservierungsstoff: Sorbinsäure

Wasser, Kokosöl, Stärke. Hört sich nicht nach einer guten Idee an. Aber man weiß ja nie. Vielleicht schmeckt es ja. Zum Beispiel auf Toast.

Wilmersburger2

Das Bild ist nicht so schön. Aber so sieht Toast mit Käse nunmal aus.

Mein Fazit: Die Konsistenz ist okay, ähnlich wie bei richtigem Käse. Auch geschmacklich sind beide Sorten nicht schlecht, kommen aber meiner Meinung nach immer noch nicht an echten Käse heran. Es ist schon eine Weile her, dass ich Wilmersburger Scheiben getestet habe und ich habe ihn mir seitdem nicht wieder gekauft. Ich bin vielleicht auch einfach zu anspruchsvoll was Käse angeht, Kai mochte ihn gern (er hat dann auch beide Sorten aufgegessen). Was ich allerdings zugeben muss: Dies ist jedenfalls der beste Imitatkäse, der mir bislang untergekommen ist. Ich gebe also eine bedingte Kaufempfehlung!

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Ich möchte euch heute schon wieder ein indisches Restaurant vorstellen, nämlich das Indian Curry House in Münster. Schon seit langer Zeit gehen wir immer mal wieder gerne da hin. Es befindet sich an der Hammer Str. 24 und es ist leicht an einem schönen lila Outfit zu erkennen. So sieht es aus:

Indian Curry 1

Ich sollte aber vorweg sagen, dass es sich beim Curry House nur um einen kleinen Imbiss handelt, nicht um ein schönes Restaurant mit atmosphärischem Ambiente. Nein, wirklich nicht. Es ist ein total kleiner Raum, vollgestopft mit fünf Tischen, an denen jeweils vier Personen sitzen können. Das Curry House ist wirklich nur so breit wie auf dem Bild. Stellt euch euer Wohnzimmer vor, völlig überbevölkert. So geht es manchmal im Indian Curry House zu. Manchmal hat man auch Glück und man ist ganz alleine da, dann geht es mit dem Essen auch total schnell, manchmal wartet man länger, denn es kommt vor, dass nur ein Mensch da ist, der gleichzeitig kocht, bedient und kassiert.  Einmal hatten wir auch richtig Pech, da war kein Tisch frei. Man kann aber auch nicht gut auf einen Tisch warten, denn es ist zu klein im Curry House. Außerdem stehen in einer Ecke auch noch hässliche Kisten rum, die Tür geht oft auf und nicht von alleine wieder zu, so dass es manchmal zugig und kalt dort ist. Jedenfalls im Winter. Das einzige halbwegs Schicke in dem Laden ist ein indisch anmutender Deko-Sonnenschirm, der an einer Säule angebracht ist.

Warum, fragt ihr euch, sollte man da dann hingehen? Warum ist es dort überhaupt überbevölkert? Wer geht denn da hin? Lustigerweise ein äußerst gemischtes Publikum. Natürlich sind viele Studenten unter den Gästen, aber ich habe schon alle möglichen verschiedenen Leute dort gesehen. Rentner, reich aussehende Ehepaare, die anscheinend auf einem Shoppingtrip waren, Familien, Liebespaare. Seltsam. Aber irgendwie wieder auch nicht, denn man wird immer total nett bedient, alle, die dort arbeiten sind sehr freundlich und das Essen – das Wichtigste – ist lecker und meiner Meinung nach besser als in so manchem luxuriös erscheinenden Edel-Restaurant.

Im Folgenden mal ein paar Bilder von unserem gestrigen Essen:

Indian Curry 3Das hier ist eine Vorspeise, Singgara: Gefüllte Teigtaschen mit Kartoffeln und Zwiebeln, serviert mit Tamarindsauce,

Indian Curry 2eine weitere Vorspeise, Deem Paratha: Fladenbrot in Ei gewälzt und gebacken,

Indian Curry 5Dal Bahar: Rote Linsen, Tomaten, Knoblauch und indische Gewürze in Butter gebraten,

Indian Curry 6und schließlich Begun Basa: Gebratene Auberginen mit einer milden Currysauce.

Indian Curry 4Dazu gab es Mango Lassi, ein Joghurtgetränk.

Gut, zugegeben, es sieht alles nicht sehr appetitlich aus. Sind vielleicht nicht gerade die Kings of Food Arranging. Aber dafür sind sie die Kings of Cooking. Ausnahmslos alles, was wir bisher im Indian Curry House gegessen haben, war lecker (wenn auch etwas sehr fettig). Ein weiterer Vorteil: Das Essen ist recht günstig. Das teuerste vegetarische Hauptgericht, Sabzi Biryani, kostet 6,50 €. Da kann man dann schon mal Abstriche am Ambiente und an der Deko machen. Hier ist die komplette Speisekarte:

Indian Curry 8

Indian Curry 7Wie ihr seht, sind neben den extra als vegetarisch gekennzeichneten Gerichten auch eine Suppe, vier der fünf Vorspeisen, ein Paratha, ein Salat und ein Biryani vegetarisch. Ich weiß allerdings nicht inwieweit die Speisen auch vegan sind, das müsste man mal erfragen.

Das Indian Curry House hat auch eine (sehr rudimentäre) Website. Die könnte man auch mal aktualisieren. Da steht immer noch „6 Jahre in Münster“, dabei hab ich im Laden glaub ich ein Schild „10 Jahre in Münster gesehen“. Da wird’s doch mal Zeit für ein Update, oder?

Die Öffnungszeiten sind übrigens auch toll: Montag – Sonntag: 11:30 – 22:30 Uhr. Was will man mehr? Ach, ich weiß, einen Lieferservice! Den gibt’s auch, leider wohnen wir zu weit weg. Geliefert wird täglich von 18:00 – 21:30 Uhr. Testet das mal, liebe Münsteraner.

Fazit: Der Ästhet sollte fernbleiben, der Feinschmecker hingehen!

Salate von Vitaquell

Es gibt da einen Salat von der Firma Vitaquell, der sogenannte Schwedensalat, den liebe ich ganz besonders doll. Das ist er:

Schwedensalat

Der ist so super! Es ist rote Bete drin und Tofustückchen und einen ganz ähnlichen Salat habe ich immer in Schweden gegessen, als ich mit meinen Eltern mal da war. Wir waren übrigens in Ystad und haben Wallander gesucht, aber ihn nicht gefunden. Aber mein Vater hat seine Wohnung ausfindig gemacht…egal. Also diesen Salat esse ich totaaaaaaal gerne. Auf Brot. Aber als ich letztens die Zutatenliste las entdeckte ich folgendes:

Zutaten: Rapsöl, Rote Bete (20%), Wasser, Zwiebeln, Tofu (Wasser, Sojabohnen, Magnesiumchlorid) (9%), Gurken, Äpfel (4%), Rohrzucker, Apfeldicksaft, Ananassaft, Gewürze, Senf, Eiklar, Weinessig, Branntweinessig, Maisstärke, pflanzliches Eiweiß (z.T. hydrolysiert), Zitronensaft, Maltodextrin, Kartoffelstärke, natürliche Aromen (enthalten Sellerie), Stabilisatoren Guarkernmehl und Xanthan, Meersalz, Antioxidationsmittel Ascorbinsäure, Hefeextrakt, Raucharoma, Kräuter.

Wie jetzt, Eiklar? Muss das denn sein? Warum müssen die da Ei reintun? Ist denen nicht klar, dass die ganz viele Kunden dadurch NICHT ansprechen? Na super. Ich wollte doch vegan werden. Aber ohne diesen Salat? Zum Glück ist die Firma Vitaquell auch auf Facebook! Da hab ich die schnell mal angeschrieben und gefragt ob sie nicht in Zukunft das Ei weglassen können und es vielleicht durch etwas anderes ersetzen könnten. Agar Agar zum Beispiel oder Guakernmehl. Oder was auch immer. Und nach etwa zwei Wochen (die scheinen ja nicht sehr aktiv bei Facebook zu sein) bekam ich auch meine Antwort, allerdings wurde auf meine Frage gar nicht eingegangen. Stattdessen wurden mir vegane Alternativen der Firma empfohlen. Toll. Ich will aber Schwedensalat.

Trotzdem habe ich dann beim nächsten Einkauf im Reformhaus ein paar der empfohlenen veganen Sorten gekauft. Das sind sie:

Salatvariation

Nordsee, Rindvleisch, Thunvisch und – ganz rechts und besonders verheißungsvoll: Vikinger! Das sieht ja aus wie mein Schwedensalat!

Was aber negativ auffällt: In den veganen Salaten ist weniger drin! Der Preis war aber glaube ich der gleiche! (c.a. 3 Euro) Das werde ich nochmal genauer untersuchen müssen.

So, jetzt aber mal zum Produkttest!

Salate 1

Auf der rechten Seite ist der Salat, in den ich die meisten Hoffnungen gesteckt hatte – der Vikingersalat. Das ist drin:

Zutaten: Rote Bete (22 %), Rapsöl, Wasser, Zwiebeln (10 %), Gurken (9 %), Sojaextrudat, Rote Betesaft (6 %), Rohrzucker, Äpfel (4%),  Branntweinessig, Senfsaaten, Apfeldicksaft, Traubensaft, Gewürze (enthalten Sellerie), Maisstärke, Erbsenprotein, Zitronensaft, Ananassaft, Stabilisatoren Guarkernmehl und Xanthan, Kräuter, Karamellzuckersirup, Antioxidationsmittel Ascorbinsäure, Hefeextrakt, Meersalz, natürliche Aromen.

Ja. Ist ja fast so ähnlich. Fehlen nur die schönen Tofustückchen. Das macht mich traurig. Lecker ist er, aber nicht so gut wie der Schwedensalat. Seufz.

Auf der linken Seite befindet sich der Rindvleischsalat. Mit folgenden Zutaten:

Zutaten: Paprika (29 %), Gurken (23 %), Rapsöl, Zwiebeln, Rohrzucker, Sojaextrudat, Knoblauch, Wasser, Senfsaaten, Gewürze, Maisstärke, Branntweinessig, Stabilisatoren Guarkernmehl und Xanthan, Farbstoff Paprikaextrakt, Kräuter, Meersalz, Hefeextrakt, natürliche Aromen.

Also der schmeckt auch gut. Nicht nach Rindfleisch, aber lecker. Ich dachte auch ich hätte da so Imitatstückchen drin gehabt aber laut Beschreibung sind gar keine drin. Mmh. Was das wohl war? Vielleicht dieses mysteriöse Sojaextrudat? Schnell gegoogelt was das ist: Jau! Passt. Das scheint ein anderer Name für Sojaeiweiß zu sein. Okay. Ist das auch geklärt.

Salate 2

Hier befindet sich auf der linken Seite der Thunvischsalat. Das ist drin:

Wasser, Rapsöl, Erbsen (8 %), Mais (8 %), Paprika (8 %), Erbseneiweiß, Rohrzucker, Branntweinessig, Senfsaaten, Gewürze, Kräuter, Apfeldicksaft, Traubensaft, Karamellzuckersirup, Hefeextrakt, Verdickungsmittel Xanthan, Zitronensaft, Meersalz, natürliche Aromen (enthalten Spuren von Weizen = glutenfrei). Kann Spuren von Sellerie enthalten.

Also für meinen Geschmack ist da irgendwie zu viel Gemüse und zu wenig Thunfisch drin. Das, was sich so ein bisschen wie Thunfisch anfühlt ist dann wohl das Erbseneiweiß? Kann man eigentlich aus jedem Gemüse so ein Protein gewinnen und Fleisch damit imitieren? Wahnsinn. Dieser Salat war aber nicht so mein Fall. Ich wollte Thunfischgeschmack!

Und zu guter Letzt nun der Salat auf der rechten Seite: Nordsee. Darauf steht auch noch: Wie Krabben! Krabben? Sind da aber nicht drin. Dafür dies hier:

Zutaten: Rapsöl, Weiße Bete (18 %), Wasser, Gurken (8 %), Tomaten (8 %), Zwiebeln,  Äpfel, Rohrzucker, Sojamehlextrudat (3 %), Branntweinessig, Senfsaaten, Gewürze, Maisstärke, Erbsenprotein, Hefeextrakt, Stabilisatoren Guarkernmehl und Xanthan, natürliche Aromen, Raucharoma, Meersalz.

Weiße Bete! Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Fand ich jetzt auch nicht so spannend. Schmeckt schön nach Dill, aber die Konsistenz ist irgendwie doof. Und diese Möchtegern-Krabben, diesmal aus Sojamehlextrudat sind auch eher geht so.

Klarer Testsieger vom Geschmack her also immer noch der Schwedensalat. Schade, dass da Ei drin ist! 😦

Aber: Lecker sind auch Rindvleisch und Vikingersalat.

Die anderen sind auch nicht schlecht, aber eben nicht so ganz mein Fall.

Es gibt auch noch mehr vegane Salate von Vitaquell, nämlich Curry Gevlügel, Gevlügel Exotic, Ananas-Sellerie, Gemüse- und Karottensalat. Die letzten drei hören sich für mich eher lame an aber ich glaub ich probier demnächst nochmal son Gevlügel-Dingsi.

Dennoch: Mein Apell an Vitaquell: MACHT AUCH DIE VEGETARISCHEN SALATE VEGAN! DAS KANN DOCH SO SCHWER NICHT SEIN!