Archive for Mai, 2014


Als Kai und ich letztens für einen Tag an der Nordsee waren, wollten wir abends gerne noch etwas essen gehen. Wir hatten das Auswandererhaus in Bremerhaven besucht, ein lohnendes Erlebnis nebenbei bemerkt. Als wir nun überlegten, wo wir nun nach dem Museumsbesuch essen gehen könnten, fiel uns ein, dass wir vor etwa einem Jahr in Lohne ein indisches Restaurant, das Maharaja, entdeckt hatte. Damals hatten wir ein in Lohne ein Auto kaufen wollen, uns dann aber umentschieden und waren stattdessen indisch essen gegangen. Ist ja auch billiger als ein Auto. Und leckerer. Damals hatten wir einen sehr positiven Eindruck vom Maharaja gewinnen können, uns war nur schleierhaft gewesen, weshalb wir trotz des überdurchschnittlich leckeren Essens die einzigen Gäste gewesen waren. Neben Lohne liegt übrigens noch Dinklage, aus diesem Ort kommen die Vorfahren des genialen Schauspielers Peter Dinklage, den manche vielleicht als Tyrion Lannister aus Game of Thrones kennen. Aber ich schweife ab!

Lohne liegt ja quasi auf dem Weg vom Meer nach uns zu Hause und so riefen wir also dort an, um uns zu vergewissern, dass das Restaurant noch existierte und um einen Tisch zu reservieren. Die Reservierung wurde geradezu begeistert aufgenommen, was uns einerseits freute, andererseits aber wieder nachdenklich stimmte. Hat das Maharaja etwa mit leeren Stühlen zu kämpfen? Und wenn ja, warum?

Maharaja3

Nun denn, wir kamen nach etwa 2 Stunden in Lohne an und fanden das Maharaja dank Navi auch sofort wieder. Ursprünglich war es mal ein indisch-italienisches Restaurant, das Wort „italienisch“ war abgeklebt worden, aber noch lesbar. Irgendwie niedlich. Die Kombination ist so unpassend, dass sie fast schon wieder lustig ist. Wir betraten das Restaurant, wurden überaus freundlich begrüßt und durften uns einen Tisch aussuchen. Denn es war alles frei. Außer uns war kein einziger Gast im Restaurant. Dennoch empfanden wir die Situation nicht als ungemütlich, indische Musik lief im Hintergrund, die Atmosphäre war gemütlich und das Restaurant war in einem angemessenen (und nicht überladenem) indischen Stil eingerichtet. Wir bekamen schnell die Karte, in der es neben zahlreicher Fleischgerichte auch eine große Auwahl vegetarischer Gerichte gab. Wir hatten uns schnell festgelegt, ein vegetarisches Thali sollte es sein. Das Thali ist laut Speisekarte eine Auswahl verschiedener Kleinigkeiten: 2 Gemüsegerichte, Daal, Raita, Nan-Brot und Basmatireis. Wir hatten auch noch überlegt eine Vorspeise zu bestellen, es gibt dort nämlich eine gemischte vegetarische Vorspeise für zwei Personen, die aus fünf verschiedenen Gemüsegerichten besteht, aber wir waren uns nicht sicher, ob das dann nicht alles zu viel wird. Die nette Bedienung meinte, es könnte wohl zu viel sein, und dass wir sowieso noch eine Vorspeise auf Kosten des Hauses bekämen. Das freute uns, wir fanden diese ehrliche Einschätzung, die das Restaurant um 8.90 € brachte, sehr sympathisch und verzichteten auf die Vorspeise.

Schnell bekamen wir unsere Getränke, zwei Mango-Lassis und die angekündigte Vorspeise:

Maharaja1

Hierbei handelte es sich um einige kleine Poppadam-Brote mit drei verschiedenen Dips. Bei dem rötlichen Dip handelte es sich um eine Art Mango-Chutney (süßlich), das grüne war ein sehr scharfer Minze-Dip und das weiße war milde Joghurt Raita. Alle drei Dips waren sehr gut und die Poppadams waren knusprig und lecker. Zusammen mit unseren Mango-Lassis war das schon mal eine leckere Vorspeise.

In der Zwischenzeit kamen dann noch weitere Gäste, die sich an einem indischen Buffet gütlich taten. Wir sind nicht so die Buffet-Fans, weil die vegetarischen Gerichte dort oft langweilig sind und nur als Beilagen zum Fleisch dienen. Dennoch waren wir neugierig und wollten später mal danach fragen. Aber da kam auch schon unser Hauptgericht:

Maharaja2Ich erklär mal entgegen den Uhrzeigersinn. Neben dem Basmatireis gab es also die Raita, die wir schon von der Vorspeise kannten, einen unangekündigten Salat, dann ein Curry-Gemüsegericht, Daal (ein Linsengericht) und Palak Paneer, das besteht aus indischem Käse mit Spinat. Das auf dem Bild ist also ein Essen für eine Person, wir bekamen jeder so eine Platte. Und deshalb hatte die Dame auch recht, eine Vorspeise wäre zu viel des Guten gewesen. Dazu gab es auch noch Butter Naan Brot, es war also reichlich. Alles, aber auch wirklich alles an diesem Thali war lecker. Der Salat war vielleicht ein wenig langweilig, aber so als Beilage war der schon in Ordnung. Das schöne ist, dass man einen Einblick in die indische Küche bekommt und viele leckere Kleinigkeiten probieren kann. Dazu trank ich ein indisches Bier, das einfach wie ein normales Pils schmeckte. Ich kann das aber auch nicht beurteilen, ich bin kein großer Pilstrinker.

Zum Abschluss haben wir uns dann noch einen indischen Rum bestellt, den Old Monk, der furchtbar lecker war und irgendwie nach Schokolade schmeckte. Der ging dann nachher unerwarteterweise auf’s Haus. 😀

Wir haben dann auch noch nach dem Buffet gefragt. Es war wohl trotz der hervorragenden Qualität des Thali ein Fehler, selbiges zu bestellen, denn das Buffet besteht fast nur aus vegetarischen Gerichten. Dieses kann man Freitags, Samstags und Sonntags Abends für 13,90 genießen und man bekommt sogar noch zusätzlich Speisen an den Tisch gebracht, denn laut der Inhaber müssen die frisch serviert werden. Daran sollte sich so mancher Mongole in unserer Gegend mal ein Beispiel nehmen.

Unser Fazit ist also durchweg positiv. Wir verstehen immer noch nicht, wieso nur so wenig Gäste das Maharaja besuchen. Ich habe dann auch nochmal gegoogelt und auch im Internet fast nur positive Bewertungen gefunden, zum Beispiel hier auf yelp. Vielleicht liegt es an der Gegend, vielleicht mag man in Lohne kein indisches Essen. Oder den Menschen gefällt nicht, dass die Inhaber sehr gesprächig sind, so bekamen wir gratis zum Essen noch philosophische Theorien geliefert. 🙂 Uns hat das wirklich nicht gestört, und selbst wenn, das Essen ist so super, dass sowas doch kaum ins Gewicht fällt. Ich möchte euch dieses Restaurant also wirklich uneingeschränkt empfehlen, denn ich war schon oft indisch essen, und hier schmeckt es wirklich außergewöhnlich gut! Wir müssen uns wohl noch mehr Gründe ausdenken, um öfter mal nach Lohne zu fahren.

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Soyatoo! Soja Schlagcreme

Letztens hatte ich Hunger auf Kuchen. Aber weil ich ja immer so vernünftig bin, befindet sich in unseren Schränken keinerlei Kuchen. Und auch keine Kuchenbackmischungen. Und ohne kann ich gar nicht backen. Aber ich hatte wirklich viel Hunger auf Kuchen, da dachte ich mir: „So schwer kann das doch gar nicht sein!“ Ist es aber doch. Der Unterschied zum total unproblematischen Kochen ist nämlich, dass man da nicht einfach so „nach Gefühl“ arbeiten kann. Das ist aber meine bevorzugte Kochmethode. Egal, ich wollte Kuchen. Ich habe also Mehl genommen und in eine Schüssel getan. Ich habe keine Ahnung wie viel es war. Dann habe ich Sojamehl dazugekippt, weil ich mal gelesen hatte, dass man so Ei ersetzen kann. Zur Sicherheit habe ich aber auch noch Ei-Ersatz reingetan. Fragt mich nicht nach Mengenangaben. Ach ja, etwas Rohrzucker auch noch und Wasser. Ich habe alles mit einem Mixer verrührt und es hatte eine gute Konsistenz, deswegen habe ich es in so eine (bislang nie genutzte) gefettete Form für einen Tortenboden getan und in den Ofen geschoben. Ich weiß auch nicht mehr wie viel Grad es waren, ich vermute 200. Jedenfalls, glaubt es oder nicht, es kam ein fertiger Tortenboden dabei heraus. Allerdings würde ich nicht garantieren, dass das je wieder so klappt.
Mein Plan war, den Tortenboden mit Erdbeeren zu belegen aber dann fiel mir wieder ein, dass ich diese Gelierzeug so eklig finde, außerdem hatte ich sowas gar nicht. Woher auch? Was ich aber hatte war ein Paket Soyatoo Schlagcreme, die seit langer Zeit vergessen im Regal stand:

Soyatoo1

Ich hatte diese vegane Schlagsahnealternative vor längerer Zeit bei alles-vegetarisch.de bestellt. Soyatoo gehört übrigens zu Tofutown, und man kann es in drei verschiedenen Varianten bekommen: Soja-, Reis- oder Kokossahne. Ich hatte hier die Soja Variante und es wurde Zeit, sie einmal auszuprobieren. Aber zuerst zu den Inhaltsstoffen:

Sojadrink (Trinkwasser,Sojabohnen) (75 %), Pflanzenfett gehärtet (12 %), Invertzuckersirup, Erbseneiweiß, Emulgator: Mono- unmd Diglyceride von Speisefettsäuren (pflanzlich), Verdickungsmittel: Cellulose und Natriumalginat, Säureregulatoren: Kaliumphosphat und Mononatriumcitrat, Speisesalz, Aroma (pflanzlich)

Eigentlich mag ich es nicht, wenn ich nicht weiß, woraus mein Essen besteht, so wie hier. Kaliumphosphat? Das hört sich eher nach Laboratorium an. Aber gut, dafür ist es vegan.

Also, man muss das Zeug in eine Schüssel tun und dann mit einem Mixer mixen.

Soyatoo2

Sieht ja jetzt nicht so lecker aus. Ist auch viel fester als normale Sahne. Na dann schlag ich das mal. Und, oh Wunder, nach einiger Zeit präsentierte sich dieses lecker aussehende Ergebnis:

Soyatoo3

Sieht doch super aus! Und es schmeckt auch. Anders als Sahne, aber lecker. Es ist viel fester und schwerer irgendwie. Darum dachte ich mir, kann ich es doch direkt auf meinem tollen Kuchen verteilen und die Erdbeeren drauflegen. Und Schokostreusel. Und so sah es dann aus:

Soyatoo4

Gut oder? Und hier habt ihr nochmal ein Bild eines einzelnen Stückes:

Soyatoo5

Es war echt gut. Es schmeckt auch noch am zweiten Tag und auch Nichtveganer lobten den Kuchen. Hat sich also gelohnt! Ich hoffe, ich krieg das nochmal so hin…