Archive for Februar, 2014


Edit: Holtmanns Vegetarisches Restaurant hat leider geschlossen. Laut Facebookseite sucht man nach einer neuen Location.

Heute möchte ich euch mal ein Restaurant im westfälischen Rheine empfehlen. Wer wie ich aus dem Münsterland oder aus dem Emsland kommt, weiß, dass es dort um rein vegetarische Restaurants schlecht bestellt ist. Die Menschen hier scheinen zu fleischlastigen mongolischen Büffets, griechischen Fleischplatten und klassisch deutscher Fleischküche zu tendieren. Zwar kann man bei jedem Chinesen oder Italiener auch teilweise vegane und vegetarische Gerichte bekommen, einen Inder sucht man außerhalb von Osnabrück und Münster allerdings vergebens und in Restaurants mit deutscher Küche ist es nicht einfach, vegetarisches oder gar veganes Essen zu bekommen. Gerade in Rheine, welches immerhin über 70.000 Einwohner hat, ist es nicht immer lustig, sich mit den Speisekarten, Bedienungen und Köchen alt eingesessener Restaurants rumzuärgern. Das krasseste diesbezügliche Erlebnis hatte ich wohl in einem schrecklichen, gutbürgerlichen in Gasthof Salzbergen/Holsten, wo ich trotz vorheriger Anmeldung kein vegetarisches Gericht bekam. Dies muss nun nicht mehr sein, denn in Holtmanns vegetarischem Restaurant wird auch ein Fleischesser glücklich.

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„Essen für die Seele“ – verheißungsvoll klingt es auf dem Schild. Für meinen Geschmack ein wenig schwülstig aber die Schriftart ist nett und wer weiß  – vielleicht erfreut das Essen im Holtmanns ja die Seele des einen oder anderen. Hauptsache es erfreut auch den Magen…

Die Karte ist zwar nicht sehr umfangreich, aber es gibt dort neun vegetarische und neun vegane Gerichte, das finde ich gut. Ich meine, in welchem Restaurant kann ich denn zwischen 18 Gerichten auswählen? Hier muss ich auch nicht jedes Gericht nach verstecktem Fleisch durchsuchen und es erwarten mich keine bösen Überraschungen, wie etwa, dass nachher unangekündigter Speck drin ist oder dass mich die Bedienung fragt, in welcher Religion man denn kein Huhn essen darf. Oder dass mir nach dem Essen mitgeteilt wird, dass NATÜRLICH Rinderbrühe im Essen war oder dass man ausgelacht oder gefragt wird, wie lange man denn noch zu leben gedenkt und woher man sein Protein bekommt… *seufz*

Das einzige Manko an der Speisekarte im Holtmanns ist jedenfalls, dass man nicht auf den ersten Blick erkennt, was jetzt vegan und was vegetarisch ist. Aber die Damen im Holtmanns sind äußerst freundlich und aufmerksam (und dabei nicht aufdringlich), sicher helfen sie dem ratlosen Gast gerne weiter!

Kai und ich waren bereits kurz nach der Eröffnung ins Holtmanns geeilt, da wir kaum glauben konnten, dass es wirklich in unserere näheren Umgebung ein vegetarisches Restaurant gibt. Wir wurden nicht enttäuscht. Nachdem wir bestellt hatten bekamen wir erst einmal etwas Brot und knusprige Brotstangen mit zwei verschiedenen Dips: Avocado- und Käsecreme. Das fanden wir schonmal total aufmerksam und es war auch sehr lecker.

Brot mit Dip

Sehr schnell bekamen wir auch Getränke. Mein Gespons hatte einen Wein bestellt und ich einen seltsamen Softdrink namens Club Mate, ein lecker schmeckendes Getränk auf der Basis von Mate Tee. Dann kam das Essen. Kai hatte Gericht Nr. 24 bestellt, „Körnerpicker“. Hinter diesem erstmal birkenstockig-hippieartig anmutendem Begriff versteckten sich Falafel mit Blattspinat und Sesam, Reis und Minz-Joghurt, eingewickelt in einer Art Tortilla. So sieht es aus:

Falafel

Das ist offensichtlich eine sehr ungewöhnliche Art, Falafel zu servieren, und es schmeckte dann auch sehr anders als man es von Falafel erwarten würde. Anders heißt aber nicht schlechter, es war total lecker, Kai fand sogar, dass das die besten Falafel seien, die er je gegessen hatte. Gekostet haben die Falafel 10,90 €.

Mir war an dem Abend nach etwas Asiatischem, deswegen hatte ich die Nummer 26, „Asia Style“, bestellt. Folgendes ist drin: Paprika, Tomate, Zuckerschoten Zwiebeln, Zuccini, Möhren, Erdnüsse in Kokosmilch mit Reis und kleinen Frühlingsröllchen. Hörte sich verheißungsvoll an und so sah es aus:

Asia Style

Es war so lecker wie es aussah. Wirklich sehr, SEHR lecker. Asia Style kostet 11,20 €.

Wir waren begeistert, und beschlossen, bald wiederzukommen. Da das Holtmanns leider sehr eingeschränkte Öffnungszeiten hat (Mittwoch – Sonntag: ab 18:00 Uhr) kam diese Gelegenheit erst in der letzten Woche, als wir mit unseren Freunden Andrea von Gourmandise und Dirk von Umschweife dort essen gingen. Da uns das Essen beim letzten Mal so gut geschmeckt hatte, reservierten wir in weiser Voraussicht einen Tisch. Und das war auch gut so, denn kurz nach unserem Eintreffen waren auf einmal alle Tische besetzt. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass man im Holtmanns leckeres Essen kriegt.

Nach der Bestellung der Getränke (ich musste wieder dieses Mate-Zeugs trinken, das ist so super) bekamen wir wiederum die leckere Brot-und-Dip-Variation. Leider gibt es für vier Personen genauso viel (oder wenig) Brot und Dip wie für zwei Personen. War aber nicht so schlimm, denn erstens meckert man nicht über Geschenke  und außerdem hatten wir diesmal auch noch Vorspeisen bestellt. Kai musste unbedingt wieder die Falafel essen, weil er die so toll fand, also gibt’s jetzt Impressionen der anderen sieben Gerichte. (Irgendwie kam ich mir übrigens seltsam vor als wir all diese Speisen fotografierten…):

Vorspeisen

Nr. 1: „Engelswolken“ – Zitronenmozzarella mit Basilikum, warmer Mozzarella mit Zitrone und Olivenöl. 6,90 €

Tomate Mozzarella

Nr. 3: „Lecker von der Stange“ – Staudensellerie in Blü-Cheese-Buttermilchcreme mit Käse überbacken. 5,90 €

Fenchel

Nr. 4: „Aus dem Hut gezaubert“ – Gefüllte Champignons mit Kräutern, Zwiebeln und Käse überbacken. 5,90 €

Pilze

Nr. 9: „Chassuppe“ – Käsesuppe mit Kräutern und Knoblauch-Crostini. 4,90 €

Suppe

Hauptgerichte

Nr. 18: „Schnitzel & Co“ – Paniertes Tofu-Schnitzel mit Zwiebeln und Champignons, dazu Pommes und Salat. 11,50 €

Schnitzel

Nr. 23: „Hüttenzauber“ – Schupfnudelpfanne mit Pilz-Gemüse-Gulasch in Rotwein-Thymiansauce. 12,70 €

Schupfnudeln

Nr. 25: „Pfannenspaß“ – Gemüse-Linsen-Rösti mit Joghurtsauce mit Salatteller. 9,50 €

Rösti

Ich hatte „Aus dem Hut gezaubert“ und „Hüttenzauber“. Anscheinend steht „Zauber“ für Champignons. XD. Irgendwie war mir nach Pilzen und allesamt waren sie lecker. Die Vorspeise war cremig und würzig und äußerst delikat und diese Rotweinsauce, die es zum Hauptgericht gab, konnte mich ebenfalls überzeugen. Auch die Schupfnudeln waren toll und der Salat und alles. Ich habe auch bei allen anderen Essen probieren dürfen und da hat mich vor allem diese Blü-Cheese Sauce, in der der Sellerie schwamm überzeugt. Ich hätte es allerdings gut gefunden, wenn es zu den Vorspeisen noch etwas Brot gegeben hätte, mit dem man die ganze Sauce auch auftunken hätte können. Wir haben dann auch noch nach etwas Brot gefragt und bekamen auch prompt welches. Fazit: Insgesamt waren es jetzt zwei sehr nette Abende mit wirklich gutem Essen. Preislich finde ich das Essen okay, es ist jetzt nicht super günstig aber auch nicht überteuert. die Portionsgröße ist auch in Ordnung, man kann gut eine Vorspeise mit Hauptgericht essen, Nachtisch hätte jetzt aber nicht mehr reingepasst. Wir müssen wohl das nächste Mal auf eine Vorspeise verzichten, damit wir auch einmal in den Genuss einer Nachspeise kommen können.

Das Holtmanns könnte mein neues Lieblingsrestaurant werden. 🙂

Die Fotos habe ich von Gourmandise und Umschweife bekommen, die beide in ihren Blogs auch über unseren Besuch berichten.

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Gemüseschnittchen

Das folgende Rezept habe ich aus einem Kochbuch entwendet, und zwar aus dem Klassiker der vegetarischen Küche, dem ersten Ox-Kochbuch:

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Das Ox-Kochbuch ist ein gar schönes Kochbuch, denn es gibt verschiedene Icons, die an den Rezepten stehen, und die dem unbedarften Koch schnell klarmachen ob das Rezept einfach oder schnell zuzubereiten ist, ob die Zutaten günstig sind oder ob es sich für eine große Menge Leute eignet (WGs, Parties). Da das Kochbuch ursprünglich dem Ox-Fanzine entwachsen ist, richtet es sich in erster Linie an Menschen, die etwas mit alternativer Musik anfangen können und darum ist jedem Rezept auch ein Musiktipp beigefügt. Da die Rezepte teilweise von Musikern und nicht von Köchen und/oder Sprachwissenschaftlern stammen, sollte man sich nicht an geschätzten Mengenangaben und salopper Ausdrucksweise stören. Titel wie „Alarm im Darm“ oder „Pseudo-Asien-Schnellimbiss“ oder gar ein Rezept für Sex können den elitären Gourmet-Veganer schon abschrecken. 🙂 Es gibt (zumindest im ersten Band) übrigens auch keine Fotos, manchmal haben die Autoren stattdessen etwas gezeichnet. Nunja. Das Kochbuch kostet 9,20 €, und die ist es auch wohl wert!In diesem Buch findet sich jedenfalls das gute Rezept für Gemüseschnittchen. Die Herstellung ist laut Buch günstig und das Essen ist für eine große Gruppe geeignet. Das hörte sich gut an und so haben wir die Schnittchen zubereitet und auf einem kalten Buffet plaziert. Hier kommt das Rezept:

Zutaten:
250g Mehl
250g Quark
250g Butter
1 TL Salz
1 Zucchini
1 Paprika (ich habe eine rote genommen)
1 Stück Schafskäse
1 Stange Lauch
Sojasauce
Salz
Pfeffer
Majoran (ich habe stattdessen Oregano genommen)
Öl braucht man auch, haben die vergessen zu sagen

Zubereitung:
Aus Mehl, Quark, Butter und Salz soll ein Teig hergestellt werden, der dann lange kaltgestellt werden muss.

Das Gemüse kleinschneiden und in etwas Öl anbraten. Den Schafskäse zerbröseln und mit dem Gemüse vermischen, mit den Gewürzen abschmecken.

Jetzt wird’s nervig. Man muss den Teig ausrollen. Ich hasse sowas. Dann muss man Quadrate ausschneiden, ca 13×13 cm (3-5mm dick). Man füllt Gemüse hinein und klappt es zu Dreiecken zusammen.

Jetzt muss man die Dreiecke im Ofen bei 175° backen, bis sie angebräunt sind. Voilá:

Gemüsetaschen 2

Man kann die Dinger kalt oder warm essen, sie schmecken grandios. Und sie triefen vor Fett. Das macht sicher die Butter. Wir tauften sie um in Fettschnittchen. Alle Leute, die bei uns das kalte Büffet genossen, fanden sie ganz, ganz toll. Und eigentlich ist die Zubereitung auch einfach. Wenn man von diesem Teiggerrolle absieht. Ich hasse das. Vor allem wenn man kein gutes Nudelholz hat. Das Bäckerhandwerk werde ich wohl so schnell nicht erlernen….

Für dieses Gericht benötigt man ein Fischimitat. Ich habe die Fischsteaks von Vantastic Foods genommen.

Und ja, ich habe zu einem Fertigprodukt gegriffen! Rahmwirsing aus der Tiefkühltruhe! Und der war nichtmal vegan!

Zutaten (1-2 Personen)

1/2 Packung Fischsteaks
Pflanzenöl
100g Basmatireis
1/2 Packung Rahmwirsing
Salz

Oh Mann….das sind so wenig Zutaten, dass ich fast schon ein schlechtes Gewissen habe. Egal. Es muss auch mal was für Faule dabei sein.

Also. Reis nach Packungsanweisung zubereiten, ich nehme immer einen Reiskocher, ihr müsst ja selber wissen, wie ihr das macht.
Den Rahmwirsing in einen Topf schmeißen und erhitzen, die Steaks in etwas Öl anbraten.

Das ist jetzt aber echt ein mieses Rezept. Also nehmt bitte frischen Wirsing wenn ihr das macht. Dann kann man auch Soya Cuisine reinwerfen statt bösem Sahne-Käse-Möchtegern-irgendwas-Zeugs. Aber wenn man natürlich keine Zeit zum Kochen hat, ist das hier optimal. Und lecker isses auch!

Fischsteak 4

 

Für dieses Gericht benötigt man ein Fischimitat. Ich habe die Fischsteaks von Vantastic Foods genommen.

Zutaten (1-2 Personen):
1/2 Packung Fischsteaks
1 Zwiebel
Pflanzenöl
250g TK-Spinat, gehäckselt
1/2 Packung Soya Cuisine
Salz
Pfeffer

Das ist einfach. Kartoffeln in Salzwasser kochen, abgießen, fertig.
Zwiebel ganz kleinschneiden, in Pflanzenöl anbraten. In der Zwischenzeit TK-Spinat mit etwas Wasser im Topf erhitzen. Wenn er aufgetaut ist, Zwiebeln hinzugeben und mit Soya Cuisine, Salz und Pfeffer abschmecken.
Fischsteaks in Pflanzenöl anbraten.
Fertig! Lecker war’s. Und einfach und schnell. 🙂

Fischsteak 3

Bei meiner letzten Bestellung von alles-vegetarisch habe wieder mal eine Fischalternative bestellt. Ich bin ja immer noch auf der Suche nach dem optimalen Ersatzfisch. Diesmal habe ich das Veggie Fischsteak von Vantastic Foods ausprobiert. Das sah auf der Seite im Shop lecker aus, und diesmal wurde ich auch nicht mit einer bösen optischen Überraschung beim Auspacken bestraft, nein, die Fischsteaks sahen live ebenso gut aus:

Fischsteak 1

Die finde ich wirklich appetitlich. Und auch die Inhaltsstoffe sind lecker:
Sojaeiweiß, Seetang, Wasser, Sojaöl, Stärke, Zucker, Salz, Gewürze

Kein garstiges Yams! Sondern leckeres Soja und köstlicher Seetang. Das kann ja nur schmecken. 🙂 Stellt sich nur wieder die Frage: Was macht man damit? Da in so ner Packung ja ne ganze Menge drin ist, 300 Gramm nämlich, habe ich mir die Fische eingeteilt und an zwei Tagen hintereinander damit gekocht. Was man auf jeden Fall tun sollte: Anbraten. Mit etwas Öl in einer Pfanne. Hier ist mal ein Zwischenergebnis:

Fischsteak 2

Das sieht doch auch ganz lecker aus, oder? Und ich glaube, ich habe zu viel Öl genommen, das seh ich ja jetzt erst! Das schwimmt ja richtig! Naja, jetzt hab ich den „Fisch“ erstmal probiert. Er ist SEHR, SEHR lecker. Ich finde, es schmeckt sogar nach Fisch. Und die Konsistenz ist auch toll. Ich bin wirklich begeistert, das ist total lecker! Zwar mit fast sechs Euro nicht ganz billig, aber ich finde, das lohnt sich. Diesen Fisch werde ich jetzt öfter kochen. 🙂

Hier sind zwei Rezepte zum Ausprobieren:

Fischsteak mit Kartoffeln und Rahmspinat
Fischsteak mit Rahmwirsing und Basmatireis