Letztens habe ich eine Großbestellung bei alles-vegetarisch gemacht, ein netter Onlineversand für vegane Produkte. Während ich mich so durch die verschiedenen Produkte klickte, um eins zu finden, welches ich noch nicht ausprobiert habe (und es gibt derer eine Menge!), blieb ich an einem gar netten Artikel hängen, dem Veggie Brathähnchen von Vantastic Foods. So ähnlich sah das Hähnchen im Shop aus:

Huhn2Dazu steht folgendes geschrieben: „Ein halbes Brathähnchen in bestechender Form für eine verblüffend authentische Optik.“ Das hätte mich eigentlich schon auf das bevorstehende Übel hinweisen müssen, aber ich nehme solche Texte im Moment nicht sehr ernst. Man erinnere sich nur an die Vegarnelen letztens… Naja ich hab es bestellt. Um dann bei der Lieferung geradezu in eine Schockstarre zu verfallen, denn folgendes Grauen bot sich meinen armen, geplagten Augen:

Huhn1

WHY U DOIN‘ DAT VANTASTIC FOODS! WHY???? Mein erster Verdacht: Die haben mir ein echtes Huhn geschickt. Aber ein Blick auf die Zutatenliste verriet: Texturiertes Sojaeiweiss, Soja-Isolat, Pflanzenöl, Zucker, Sojasauce, Gewürze. Kein Huhn. Mein zweiter Verdacht war: Sicher haben die da auch noch echte Knochen reingebaut, damit es noch authentischer wirkt. Man konnte es aber biegen. Keine Knochen. Ich hab es in den Kühlschrank getan. Nach ganz, ganz hinten. Weit, weit aus meinem Sichtfeld. Und dann habe ich es vergessen.

Einige Zeit später haben Kai und ich mal wieder einem unserer Lieblingsrestaurants einen Besuch abgestattet, dem Fegefeuer in Münster, welches ja grandioserweise nicht nur Fleisch serviert, sondern auch eine vegetarische und sogar eine vegane Karte hat. Dort bestellte ich, ohne Böses zu ahnen, den sogenannten „Freyflug“, ein Seitan-Brathähnchen mit Knusperpanade auf buntem Kürbis-Zucchini-Gemüse in Orangen-Tunke, dazu Minzreis. Ihr ahnt es schon. Was da serviert wurde, war jenes ekelige Huhn! Zum Glück, muss ich aus heutiger Sicht sagen. Denn es schmeckte gar grandios! (Wie eigentlich alles im Fegefeuer…) Also alle bitte da hingehen und das Huhn essen. Plötzlich erschien mir die Zubereitung des Viechs im Kühlschrank gar nicht mehr so abwegig…

Als mich also mein experimentierfreudiges (und nebenbei fotografisch sehr talentiertes) Schwesterlein Nemontemi besuchte, fassten wir den Plan, das Vieh zu schlachten. Damit wir die Form nicht länger ertragen mussten, zerhackten wir es in Streifen und brieten es in einer Pfanne in etwas Öl. Jetzt sieht es lecker aus, jawohl!

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Aber nur so ein langweiliges gebratenes Huhn ist ja nix. Darum haben wir es in eine leckere China-Gemüsepfanne geworfen. Man hätte es aber auch in ein indisches Essen werfen, es klassisch deutsch mit Kartoffeln und Gemüse zubereiten oder es pur essen können, es schmeckt super. Hat einen schönen Eigengeschmack, wirklich etwas huhnig meiner Meinung nach. Die Konsistenz ist auch toll, es ist nicht schwammig oder so, sondern schön fest und es lässt sich gut knusprig anbraten ohne Ärger zu machen.

Einzig eine Frage tut sich nun auf. Beim Fegefeuer besteht das Teil angeblich aus Seitan (soweit ich weiß ist das Weizeneiweiß), meins laut Packung aber aus Sojaeiweiß. Ist mir aber auch egal, es ist lecker und vermutlich dasselbe Produkt. Welches übrigens bei alles-vegetarisch 4,89 € (200g) kostet. Nicht günstig, aber es gibt dennoch eine unbedingte Kaufempfehlung von mir!

Hier ist noch ein Bild der Chinapfanne mit Huhn:

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Ich muss dringend wieder bei alles-vegetarisch bestellen…

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