Fisch. Fisch habe ich eigentlich immer gerne gegessen früher. Das ist lange her. Ich mag ja auch so gern Seetang, das schmeckt auch so schön meerig. Fisch müsste man mal wieder essen. Zum Glück gibt es da ja auch Ersatzprodukte, jedoch bin ich ja ein wenig vorsichtig geworden seit der Sache mit den Garnelen. Nun gut, mutig wie ich bin bestellte ich dennoch ein Stück Veggie Lachsfilet, diesmal achtete ich jedoch darauf dass das Produkt nicht aus Yams hergestellt wurde. Yams. Das hört sich zwar yummy an, ist es aber nicht. Das Veggie Lachsfielt jedenfalls besteht hauptsächlich aus Soja und Eiweiß. „Das kann so schlimm nicht sein“, dachte ich mir und orderte ein 300g-Stück für 5,39 € bei Vegan Wonderland. Prompt wurde es geliefert und sah so aus:

Und das ist drin: Sojafasern, Weizeneiweiß, Seetang, Sesam, Ingwer, Maltose, Sojasauce, Salz, Pflanzenöl
Nach der ersten Freude kamen jedoch Probleme auf. Ja, ein Fisch. Aber was mach ich nur damit? Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Fisch gekocht! Wie isst man Fisch überhaupt? Plötzlich fiel mir ein, dass ich Fisch früher immer nur in Form von rotgefärbten Lachsimitat auf Brötchen gegessen hatte. Oder in massenhaft Sauce ertränkt aus der Kühltruhe, Schlemmerfilet a la Bordelaise (und da fiel mir auch diser Fisch aus der Werbung wieder ein, der mit einer tiefen Stimme immer sang: „a la Bordelaise!“. Werbung für Tierprodukte sind seltsam. Als hätten die Tiere Spaß daran, gemampft zu werden.) Nun ja. Nach dieser Erkenntnis war ich demotiviert und der Fisch verbrachte einige Zeit im Kühlschrank. Zum Glück ist er ziemlich lange haltbar, sonst hätte ich ein Problem gehabt. Eines Tages jedoch kontaktierte ich die liebe Andrea, die mir einige Tipps geben konnte. Zusätzlich habe ich dann noch auf ihrem Blog Gourmandise gestöbert und zwei interessante Rezeptvarianten gefunden, einmal mit Estragon und einmal mit Dill. Da ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich mich für eine Kombination aus beiden entschlossen und habe die Rezepte auch noch etwas abgewandelt.

Lachsfilet mit Reis, italienischem Gemüse und einer Estragon-Dill-Sauce

Zutaten (für 4 Personen):

2 Veggie-Lachsfilets
2 Zwiebeln
1 Zucchini
1 Aubergine
1 gelbe Paprika
1 Zitrone
1 BecherBasmatireis
Olivenöl
1 Päckchen Alpro Soja Cuisine
Dill
1 Zitrone
Worcestershire Sauce
Estragon
Rosmarin
Oregano
Paprikagewürz
etwas Mehl
Salz, Pfeffer

Also erstmal den Lachs ausgepackt. So sieht er aus!

Sieht nicht so lecker aus. Irgendwie schleimig und sehr gefaked. Aber das ist er ja auch und das wusste ich ja vorher. Und Fische sind ja auch schleimig, oder?

Los geht’s!

Den Basmatireis im Reiskocher oder auf dem Herd zubereiten, ziehen lassen. Aubergine, Zucchini, Paprika und Zwiebel kleinschneiden.  Das Gemüse in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Oregano, Salz, Pfeffer, Paprikagewürz und Rosmarin abschmecken, dann warmstellen. Den Fisch in Mehl wenden und in Olivenöl anbraten. Der Fisch muss eigentlich nicht „garen“, nur erhitzt werden. Er ist schon fertig so wie er ist. Durch das Mehl bekommt der Fisch eine nette Kruste, das ist mir aber nicht so ganz geglückt. Vielleicht fehlt mir da die Erfahrung, ich weiß es nicht.

Hier ist der Fisch!

Ein bisschen angekokelt, wie ihr seht. 🙂

Für die Sauce einfach die Soja Cuisine im Topf erhitzen und Estragon, Dill, Salz, Worcestershiresauce und bei Bedarf Saucenbinder oder Wasser hinzugeben

Alles zusammen auf einem Teller anrichten und mit Zitronenscheiben garnieren.

Und wie hat er nun geschmeckt, der Fisch? Bei aller Skepsis freue ich mich ja immer wieder darauf, neue Produkte zu testen. Der erste Bissen vom Fisch war überraschend….gut! Ich fand es ziemlich realistisch, nach Meer und Seetang schmeckend. Der zweite Bissen war aber irgendwie schon nicht mehr so überzeugend und je weiter ich aß erinnerte mich der Fisch geschmacklich und von der Konsistenz her an das Innere von so Dosen-Kohlrouladen, die früher mal gegessen hatte. Ich hab dann den halben Fisch, der meine Portion darstellte auch nicht aufbekommen, meiner Schwester ging es ebenso. Am nächsten Tag habe ich den Rest nochmal probiert aber mein Eindruck hat sich nicht geändert. Fazit: Der Fisch ist ganz ok, man kann ihn essen, der eine oder andere wird ihn sehr mögen. Aber meins ist das irgendwie nicht. Schade. Aber ich glaube ich probier nochmal einen anderen Fisch aus! 🙂